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KlimawandelNeuer CO2-Rekord durch Brände in Sibirien

Ein Großfeuer in der Republik Sacha am Polarkreis in Russland
Ein Großfeuer in der Republik Sacha am Polarkreis in Russland (Foto: Pierre Markuse / Copernicus Sentinel / flickr.com, CC BY 2.0)

In Sibirien eskalieren die Waldbrände. Angefacht von Rekordhitze, extremer Trockenheit und starker Winde breiten sich die Feuer ungehindert aus. Die Konsequenz: Die Emissionswerte sind auf einen neuen Höchstwert geklettert.

09.07.2020 – Bereits im Mai lagen die Temperaturen in Teilen Sibiriens 10 Grad über dem bisherigen Durchschnitt, eine neue Hitzewelle kündigte sich an. Und tatsächlich: Im Juni stieg das Thermometer für kurze Zeit auf rekordverdächtige 38 Grad Celsius, im Durchschnitt war es weiterhin 10 Grad wärmer als normalerweise. Dabei ist es in der Region zu dieser Jahreszeit gewöhnlich eher nass, kalt und vereist. Aufgrund der hohen Trockenheit und Hitze entfachten sich immer neue Buschbrände, woran auch die normalerweise gefrorenen Permafrostböden in der Tundra nichts ändern konnten. Sie werden in diesem Jahr wohl noch weiter auftauen.

Durch die Feuer sind in Sibirien und dem äußersten Osten Russlands allein im Juni schätzungsweise 59 Megatonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt – nochmal 6 Megatonnen mehr als im vergangenen Jahr. Das geht aus Daten des Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) hervor.

Emissionen erreichen Rekordwert

Die Emissionen haben damit einen neuen Rekordwert erreicht. Seit dem Beginn der CAMS-Messungen vor 18 Jahren waren sie kein einziges Mal höher als im Juni dieses Jahres. Ursächlich seien hierfür laut den Wissenschaftlern vor allem die Anzahl und Intensität der Waldbrände in der Republik Sacha und im Autonomer Kreis der Tschuktschen. In geringerem Maße hätten auch Feuer in Teilen Alaskas und der Yukon-Gebiete zum Emissionsrekord beigetragen.

Besorgniserregend ist, dass sich die Arktis schneller erwärmt als der Rest der Welt „Besorgniserregend ist, dass sich die Arktis schneller erwärmt als der Rest der Welt“, kommentiert Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus Climate Change Service beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW), die Ergebnisse. Generell würden Sibirien und der Polarkreis zwar von Jahr zu Jahr große Temperaturschwankungen aufweisen. Dass es in Westsibirien im Winter und Frühling jedoch so lange überdurchschnittlich warm ist, sei sehr ungewöhnlich.

Hohe Temperaturen geben Anlass zur Sorge

„Die außergewöhnlich hohen Temperaturen im arktischen Sibirien, die jetzt im Juni 2020 aufgetreten sind, geben ebenfalls Anlass zur Sorge“, so Buontempo. Erste Untersuchungen ergaben, dass unterschiedliche, aber relativ anhaltende und großräumige Windmuster zu diesen ungewöhnlich hohen Temperaturen beigetragen haben. Die Schneedecke und Bodenfeuchtigkeit hätten ebenfalls eine Rolle gespielt.

Die Ähnlichkeit der diesjährigen Brände in Sibirien zu denen der Vorjahre sei bemerkenswert, sagt CAMS-Forscher Mark Parrington – sowohl in Bezug auf die betroffenen Gebiete als auch auf das Ausmaß der Feuer. Demnach sei damit zu rechnen, dass die Brände in Sibirien noch einige Wochen anhalten werden. Die CO2-Emissionen könnten dadurch ebenfalls weiter ansteigen und den Klimawandel antreiben. jk


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Edgar Ziegler 10.07.2020, 08:49:45

Das „Bestreben“ der Energiekonzerne ihre Kohlekraftwerke bis 2030 zu schließen ist zeitlich zu lang. Es muss kürzer gehen damit der Klimawandel sich nicht so schnell wandelt.

Ich weiß leider keine Lösung aber unsere „Erfinder“ müssten mehr Druck machen.


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