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Klimaschutz auf dem WasserNeue Elektroschiffe in Berlin fahren bald 100 Prozent solar

Solarschiff Solon auf der Spree, fährt am Kanzleramt vorbei
Bereits 2010 schipperte das Solarschiff Solon über die Spree. Seitdem hat sich kaum etwas getan, jetzt startet eine solare Reederei für Ausflugstouren in Berlin. (Foto: Hadhuey / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

In vielen Städten sind Feinstaub und Stickoxide ein zunehmend großes Problem, kommen aber nicht nur von der Straße – sondern auch von den Wasserstraßen. Fahrgastschiffe sind meist große Emittenten. In Berlin startet nun die erste Solarreederei.

22.12.2018 – Bei der neu gegründeten Reederei für Ausflugsschiffe  SolarCircleLine GmbH gehen im kommenden Jahr 2019 zwei Elektroschiffe mit Solarantrieb in Betrieb –  und machen die Berliner Luft damit ein klein wenig sauberer. Kleinere Solarschiffe sind auf der Spree schon seit einigen Jahren zu bestaunen. Es ist nun die erste rein solargetriebene Fahrgastschiff-Reederei. Ziel des Unternehmens: In den nächsten Jahren eine solare Flotte aufzubauen. Bis zu 180 Passagiere passen auf eines der neuen Solarboote, die dann leise und völlig abgasfrei auf Spree und Havel unterwegs sein werden.

Umweltzonen auch für Wasserstraßen in der Diskussion

Die Debatte um die erheblichen CO2-Emissionen der Berliner Schifffahrt sind seit längerem im Gange. Von rund 150 Fahrgastschiffen in Berlin fahren fast alle mit Dieselantrieb, die meisten besitzen noch nicht einmal einen Abgasfilter. Die Berliner Reedereien stehen daher wegen des hohen Rußpartikel-Ausstoßes ihrer Schiffe immer mehr in der Kritik. Und während auf den Straßen bald Dieselfahrverbote verhängt werden, bleibt die Schifffahrt bislang außen vor. Insbesondere in flussnahen Städten wie Berlin sind die Schiffe für rund ein Drittel der lokalen Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen verantwortlich, hat das Umweltbundesamt festgestellt.

Elektroschifffahrt wird benachteiligt

Grenzwerte für die Dieselschifffahrt gibt es bislang nicht. Bis zum Jahr 2030 sollten die Schiffsbetreiber sich dazu verpflichten, ihre Emissionen stark senken, fordert das Berliner Abgeordnetenhaus. Der Berliner Senat versuchte die Reedereien in der Vergangenheit mit Fördermitteln davon zu überzeugen, ihre Dieselschiffe zumindest mit Partikelfiltern nachzurüsten. Ein neues Pilotprojekt zielt zudem auf einen langfristigen Umstieg auf Elektroantriebe ab. Doch bislang werden Schiffe mit Elektroantrieb benachteiligt, kritisiert der Berliner Verband für Elektroschifffahrt und fordert neue Regelungen, vor allem bei der Verpachtung von Anlegestellen. Damit in den nächsten Jahren auch elektrisch betriebene Schiffe auf den Berliner Wasserstraßen unterwegs sein können fordert der Verband, dass Anlegemöglichkeiten mit Ladeinfrastruktur geschaffen werden müssen – denn die fehlen immer noch. Der Ausbau einer elektrisch betriebenen Schiffsflotte wurde dadurch bislang verhindert.

Am besten solar und autark

Die Solarschiffe wollen daher vor allem energieautark vorankommen. Um möglichst energiesparend zu fahren, haben die Solarschiffe durch den Katamaran-Baustil ein effizienteres Gleitverhalten, das Schiffsgewicht wird zudem durch den Einsatz leichter Materialien reduziert. Der Lärmpegel soll unter 50 Dezibel liegen –  ein herkömmlicher Schiffsdieselmotor ist etwa dreimal so laut. Die für die Zukunft geplante solare Schiffsflotte soll nun die hohen CO2-Emissionen im Tourismussektor minimieren. na


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