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Olympische Winterspiele 2022China propagiert CO2-reduzierte Olympia-Zone

Das Hauptgebäude Bird’s Nest in Peking wurde bei den Olympischen Sommerspielen zur Auftakt- und Schlussveranstaltung genutzt. Nun soll es 2022 bei den Olympischen Winterspielen wieder als Veranstaltungsort dienen. (Foto: creativecommons.org / CC0 1.0 Universal)

Während die olympischen Winterspiele in Südkorea hinsichtlich Umweltzerstörung Kritik einstecken mussten, verspricht die chinesische Regierung die Winterspiele 2022 nachhaltiger zu gestalten – und holt sich strategische Unterstützung von der IRENA.

05.04.2018 – China rührt seine Werbetrommel für die Olympischen Winterspiele 2022: Die chinesische Regierung hat nicht weniger angekündigt, als die Spiele zu den „nachhaltigsten der Geschichte“ zu machen. Eine CO2-redzuzierte Pilotstadt soll entstehen. In Peking selbst würde das wohl etwas schwierig werden – so weicht die Regierung auf die Stadt Zhangjiakou in der benachbarten Provinz Hebei aus, in der ein Teil der Spiele stattfinden soll. Der Co-Austragungsort Zhangjiakou, etwa 200 Kilometer von Peking entfernt, wurde als Region mit gutem Wind-, Sonne- und Biomassepotenzial in der Region identifiziert.

Die Chinesen haben sich für diesen Zweck die Internationale Energieagentur (IRENA) ins Boot geholt und eine gemeinsame Vereinbarung zur Kooperation für das Ziel einer CO2-reduzierten Zone (low-carbon Olympic zone) in Zhangjiakou unterzeichnet. Dort soll das olympische Zentrum und die Stadien mit Erneuerbaren Energien versorgt werden. Die Stadt hat zudem das Ziel, 50 Prozent seiner Energieversorgung bis zum Jahr 2020 aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen.

IRENA Generaldirektor Adnan Z. Amin betonte bei der Unterzeichnung, dass dies nicht nur für die Winterspiele 2022 in China gelten solle – sondern dass auch für künftige olympische Spiele das Ziel einer kosteneffektiven Dekarbonisierung gelte. Denn nicht nur in Südkorea oder bei den Olympischen Sommerspielen in China 2008 stand in der Kritik, dass die für die Spiele errichteten aufwändigen und ressourcenintensiven Bauten danach kaum Verwendung finden. Peking wolle nun immerhin die bereits zu den Sommerspielen 2008 erstellten Gebäude für die Winterspiele 2022 nutzen, um weitere Umweltzerstörung zu vermeiden. Die Bau-Ikone Birds Nest soll für die Eröffnung und das Ende der Spiele wieder genutzt werden, ebenso ein Dutzend weiterer Gebäude.

IRENA will bei Chinas Planung strategisch beraten. China entwickle sich zu einem wichtigen Akteur in der Energiewende, kommentierte IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“. Zwischen 2012 und 2016 habe China die Nutzung von Solarenergie für die Stromversorgung um das 10-fache erhöht; China kündigte an, bis 2020 weiterhin massiv in die regenerative Energieerzeugung investieren zu wollen.

NOlympia!

Die große Umweltzerstörung infolge der Planung der olympischen Spiele, oft verbunden mit Landraub und Vertreibung von Menschen und deren Lebensgrundlagen, lässt am olympischen Gedanken mittlerweile zweifeln. Vor allem die Winterspiele bringen nicht erst seit Südkorea großflächige Naturzerstörung mit weitflächigen Rodungen mit sich, weite Anfahrtswege mit immensen logistischen Herausforderungen tragen zu den globalen CO2-Emissionen bei. In Bayern gab es von Bürgern heftige Proteste gegen eine Bewerbung – mit Erfolg: Die Landesregierung hatte sich daraufhin nicht weiter für die Winterspiele 2022 beworben, die Spiele finden nun dafür in China statt.

Es ist das erste Mal, dass eine Stadt Gastgeber sowohl der Sommer- als auch der Winterspiele ist. Um aufkeimender Kritik entgegenzuwirken, bemüht sich dessen Regierung nun um ein faires und ökologisches Image. Denn Umweltschützer hatten Pekings Bewerbung unter dem Zeichen von „umweltfreundlichen Spielen“ bereits scharf kritisiert. Die Gegend um Peking gilt als Wassernotstandsgebiet, Schnee gibt es aufgrund mangelnder Niederschläge praktisch gar nicht. Wintersport ist in China kaum verbreitet. Nun sollen im Zuge der Winterspiele hunderte Ski-Resorts sowie Eislaufhallen entstehen. Nachhaltig geht allerdings anders. na

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