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Großbritannien kürzt Fördergelder für PV

Während die Erweiterung des Atomkraftwerks Hinkley Point mit Milliarden an Steuergeldern unterstützt werden soll, mahnte die Regierung in Großbritannien, die Förderung Erneuerbarer Energien sei zu teuer. Ab April 2016 soll es Kürzungen geben.

23.07.2015 – Das Energieministerium in Großbritannien hat angekündigt, die Fördergelder für Erneuerbare Energien zu kürzen. Die bisherige staatliche Unterstützung habe dazu beigetragen, die Kosten für Technologien zur Erzeugung grüner Energien erheblich zu senken, erklärte Amber Rudd, Ministerin für Energie und Klimawandel. Da die Kosten weiter fielen, sei es für die Industrie immer einfacher, ohne Hilfen auszukommen. Die Fördergelder für Ökokraftwerke werden über die Stromrechnung der Bürger bezahlt, kontrolliert werden die Ausgaben des Systems bislang über den sogenannten Levy Control Framework. Die Kraftwerke erhalten Gelder über die „Renewables Obligation (RO)“.

Folgende Bereiche werden nach dem aktuellen Vorschlag des Ministeriums von den Kürzungen betroffen sein: Solarparks mit einer Leistung bis fünf Megawatt sollen ab April 2016 keine Gelder mehr erhalten. Für Projekte, die bis zum 21. Juli 2015 eine garantierte Einspeisevergütung zugesagt bekommen haben, soll es eine Übergangszeit geben, dasselbe gilt für Projekte, bei denen sich der Netzanschluss unvorhersehbar verzögert. Solarparks mit einer Leistung über fünf Megawatt erhalten bereits seit dem 1. April dieses Jahres keine Unterstützung mehr über die RO. Für Dachanlagen mit mehr als 50 Kilowatt Leistung soll es ebenfalls keine garantierte Einspeisevergütung mehr geben. Betroffen sind zudem Biomasse-Anlagen, wobei hier auch Kraftwerke betroffen sind, die bereits Fördergelder erhalten und beispielsweise zum ersten Mal Mischfeuerung nutzen wollen.

Großbritannien setzt weiterhin in seiner Energiepolitik sehr stark auf die Atomenergie und möchte beispielsweise den Ausbau des Kernkraftwerks Hinkley Point im Südwesten Englands mit sehr hohen staatlichen Fördergeldern unterstützen. Erneuerbare Energien sind bislang weniger im Fokus der Londoner Abgeordneten. Dennoch war auf „The Guardian“ vor Kurzem  eine für Klimaschützer erfreuliche Nachricht zu lesen: Solarrekord in Großbritannien. Aufgrund des schönen Sommerwetters deckten die dortigen Photovoltaik-Anlagen am 3. Juli 16 Prozent des am Nachmittag benötigten Strombedarfs. rr

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