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Hohe Akzeptanz für Erneuerbare Energien weltweit

Besonders in Deutschland, Frankreich, Japan und den USA ist die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren Energien hoch. Doch auch in den Ländern, die weiter hinten liegen, befürwortet die Mehrheit den Ökostromausbau. (Grafik: AEE)
Besonders in Deutschland, Frankreich, Japan und den USA ist die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren Energien hoch. Doch auch in den Ländern, die weiter hinten liegen, befürwortet die Mehrheit den Ökostromausbau. (Grafik: AEE)

Die Bevölkerung in den wichtigsten Industriestaaten der Welt will mehr Erneuerbare und die Energiewende. Das geht aus einer Analyse von Umfrageergebnissen aus Nordamerika, Europa und Australien und Neuseeland hervor. Die Politik muss handeln.

07.03.2016 – Die Analyse der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) mit dem Titel Die Akzeptanz Erneuerbarer Energien im Spiegel von Umfragen in Industriestaaten zeigt den starken Rückhalt der Erneuerbaren Energien und der Energiewende in den westlichen Industriestaaten. In Deutschland liegt die Zustimmung sogar mit 93 Prozent am höchsten, Frankreich und Japan folgen mit Werten von 89 und 88 Prozent. Besonders interessant sind die Ergebnisse in Staaten, deren Regierungen stark auf die Förderung der Atomkraft setzen. So kam durch eine Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission aus 2014 heraus, dass sowohl in Großbritannien als auch Frankreich knapp 90 Prozent der Befragten die Erneuerbaren-Ziele ihrer Regierungen für wichtig oder sehr wichtig halten. Dabei tun die Regierungen genau das Gegenteil und planen oder bauen neue Atomkraftwerke.

Auch in den USA hat sich die öffentliche Meinung gedreht, die Umfrageinstitute haben in den letzten Jahren eine deutlich positivere Meinung für Erneuerbare Energien verzeichnet. Etwa seit Beginn des Jahrhunderts haben Umweltfragen für US-Amerikaner einen höheren Stellenwert. Mittlerweile will die Mehrheit einer Gallup-Umfrage aus dem Frühjahr 2015 zufolge dem Umweltschutz Priorität gegenüber der Erschließung neuer fossiler Energiequellen geben. 80 Prozent der Amerikaner sprechen sich für eine verstärkte Nutzung der Solarenergie aus, für Windenergie sind 70 Prozent. Die Bemühungen von US-Präsident Barack Obama haben offenbar auch seine Landsleute aufgerüttelt.

Kostenfrage ist sensibles Thema

Dem Eurobarometer aus dem Frühjahr 2014 zufolge hält im Durchschnitt 90 Prozent der EU-Bevölkerung die nationalen Erneuerbaren-Ziele bis 2030 zur Erhöhung des Ökostromanteils für sehr wichtig oder ziemlich wichtig. Das Votum der Bevölkerung ist also eindeutig. Dennoch tun sich sowohl die EU-Kommission als auch die EU-Staaten schwer damit, weitere Weichenstellungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Europa zu setzen. Nach aktuellem Stand gibt es für die Zeit nach 2020 keine verbindlichen EU-Ziele für die einzelnen Staaten, sondern nur ein vages Ziel von 27 Prozent Erneuerbaren-Anteil für die Gemeinschaft als Ganzes. In den USA und Kanada gibt es dagegen konkrete Vorgaben über sogenannte „Renewable Portfolio Standards“ (RPS) sogar für Bundesstaaten und Provinzen.

Ein sensibles Thema für die Akzeptanz ist die Kostenfrage, besonders in Nordamerika. Einer Umfrage aus dem Oktober 2013 zufolge, befürworten 82 Prozent der Kanadier konkrete und ambitionierte Erneuerbare-Ziele. Die Zustimmung nimmt allerdings um 10 Prozent ab, wenn diese mit einer Erhöhung der jährlichen Stromrechnung um 100 Dollar einhergingen. In den USA ist die Kostensensibilität noch größer. 79 Prozent befürworten dort grundsätzlich RPS-Vorgaben. Würde damit eine Erhöhung der Stromkosten pro Jahr um 100 Dollar anfallen, stimmen nur noch 45 Prozent zu. Ein ähnliches Ergebnis lieferte eine Umfrage aus dem April 2015 des National Survey on Energy  and  Environment.

Die deutsche Bevölkerung sieht möglichen finanziellen Belastungen gelassen entgegen. Einer AEE-Umfrage zufolge, hatten knapp zwei Drittel der Befragten nichts gegen die Erhöhung der EEG-Umlage 2015 einzuwenden. 63 Prozent fanden diese angemessen oder zu niedrig, nur 31 Prozent empfanden die Abgabe als zu hoch. Die Zustimmung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland blieb auch nach Erhöhung der Umlage konstant hoch. cw

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