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Neue Ökostromvergütung für Polen

In Polen wird es ab 2016 ein Erneuerbare-Energien-Gesetz geben. Miniwindkraft- und Solaranlagen erhalten dann über 15 Jahre eine feste Vergütung. Den Anstoß für das Gesetz hat eine EU-Direktive gegeben – und die Unterstützung aus der Bevölkerung.

30.05.2015 – Polen hat mit knapper Mehrheit ein Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedet, das die Bürger und die dezentrale Energiewende begünstigt. Kleine Windkraft- und Photovoltaikanlagen erhalten ab dem 1. Januar 2016 eine Einspeisevergütung über einen Zeitraum von 15 Jahren. Sie wird voraussichtlich 65 bis 75 Groschen (16 bis 18 Eurocent) pro Kilowattstunde betragen – etwa 10 bis 20 Groschen mehr als der Endverbraucherstrompreis aus dem Netz.

Den Anstoß für das neue Gesetz hat eine EU-Direktive gegeben – und die große Unterstützung aus der Bevölkerung. Das Institut für Erneuerbare Energien (IEO) in Warschau verbreitete eine Petition mit Vorschlägen, die auch ein konkretes Konzept zur Einspeisevergütung enthielt. Die Resonanz war hoch: Tausende Polen unterzeichneten das Anliegen. Das Gesetz in seiner nun beschlossenen Form ist geeignet, die Bürger an der Energiewende partizipieren zu lassen. Eine sehr schnelle und starke Veränderung des landesweiten Strommixes wie in Deutschland ist allerdings nicht zu erwarten. Dafür sind die förderfähigen Anlagen zu klein.

Bislang erfolgte die Förderung von Ökokraftwerken über ein System grüner Zertifikate, das in erster Linie den Bau großer Windparks und die Verbrennung von Biomasse in Kohlekraftwerken begünstigte – letzteres von zweifelhaftem Nutzen für den Klimaschutz. Photovoltaik spielt bislang in Polen praktisch gar keine Rolle. Das alte System soll ab 2016 nur noch für Bestandsanlagen gelten. Die Vergütung von Strom aus neuen Ökokraftwerken wird hingegen über Auktionen erfolgen.

Polen bezieht seinen Strom bislang fast ausschließlich aus fossilen Energieträgern. 2012 betrug der Steinkohleanteil bei der Stromerzeugung 53 Prozent und der Braunkohleanteil 35 Prozent. Nur drei Prozent stammten aus Erneuerbaren Quellen. Die restlichen 9 Prozent stammten aus Gas und industrieller Produktion. rr

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