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UN verlangt mehr Artenschutz

Nach neuesten Erkenntnissen könnte auch der Weiße Hai deutlich stärker bedroht sein als bisher angenommen. (Foto: <a href="https://flic.kr/p/oHVLa6" target="_blank">Elias Levy / flickr.com</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" tar
Nach neuesten Erkenntnissen könnte auch der Weiße Hai deutlich stärker bedroht sein als bisher angenommen. (Foto: Elias Levy / flickr.com, CC BY 2.0)

Auf der grade in Mexiko zu Ende gegangenen 13. Weltbiodiversitätskonferenz haben sich die Staaten der Welt für mehr Artenschutz ausgesprochen um das Artensterben einzugrenzen. Umweltverbände haben jedoch nicht nur Lob für die neue Agenda übrig.

20.12.2016 – In einer sechs Seiten umfassenden Erklärung haben die Teilnehmer der 13. UN-Artenschutzkonferenz (CBD COP 13) im mexikanischen Cancun bekannt gegeben, man sei äußerst besorgt über die negativen Auswirkungen die der Mensch auf die Artenvielfalt und die Ökosysteme der Erde habe. Es sei nötig, menschliche Verhaltensweisen zu ändern und die Natur stärker zu respektieren, so eine Aussage des Papiers.

Zwar begrüßen Umweltverbände wie der WWF die Selbstverpflichtung der teilnehmenden Staaten, die nationalen Gesetzgebungen stärker am Schutz der Biodiversität auszurichten. Artenschützer mahnen jedoch, dass die Zahl von Wirbeltieren, blütenbestäubenden Insekten und Pflanzenarten seit vielen Jahren rückläufig sind. Sie fordern, die Zerschneidung von Landschaften zu begrenzen und Lebensräume zu erhalten. Zwischen 1970 und 2012 sind allein die Bestände der Wirbeltiere um knapp 60 Prozent zurück gegangen.

Um diesen Trend aufzuhalten setzen die Teilnehmer der CBD COP 13 auch auf neue Technologien wie die synthetische Biologie. Mit deren Hilfe sollen biologische Systeme mit neuen, vorher definierten Eigenschaften geschaffen werden. Die Auswirkungen der vererbbaren Merkmale dieser neuen biologischen Konstrukte sowie deren Einfluss auf bestehende Ökosysteme sind nicht vorhersagbar und stellen daher möglicherweise eine große Gefahr für die Umwelt dar, so die deutsche Delegationsleiterin Elsa Nickel.

Weniger schädliche Subventionen

In der intensiven Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft sowie dem Bergbau, Verkehr und Infrastruktur sieht der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, die größten Treiber des weltweiten Artensterbens und des Verlusts natürlicher Lebensräume. "Nur wenn es gelingt, den Schutz der Biodiversität wirksam in andere Sektoren wie die Agrar-, Fischerei- oder Verkehrspolitik zu integrieren, können Korallenriffe, Regenwälder, Orchideenwiesen und andere natürliche Lebensräume bewahrt werden", so Weiger.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nahm im Namen der Bundesregierung an der Konferenz teil und stellte im Vorfeld klar, dass für Deutschland der Abbau umweltschädlicher Subventionen ein besonders wichtiger Punkt sei. Mehr als 50 Milliarden Euro umfassen jährlich allein in Deutschland die für die Natur schadhaften Förderungen, sagt der BUND-Vorsitzende.

Bemühungen unzureichend

Umweltschützer wie Weiger kritisieren die bisherigen Bemühungen der Staaten für mehr Schutz von Arten und Ökosystemen. Besonders die massenhafte Fleischproduktion, die Förderung von Agrotreibstoffen sowie der Futtermittelanbau trage weltweit zu einer starken Degradation der ökologischen Vielfalt bei. Bereits 2010 hatte die Staatengemeinschaft beschlossen, den Verlust der Biodiversität bis zum Jahr 2020 aufzuhalten. Von einem Stopp des Artensterbens, dem Schutz von Korallenriffen und der Flussauen sei man allerdings noch meilenweit entfernt, so Weiger. bm

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