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Klimaerwärmung hin oder herAustralien bleibt trotz IPCC-Bericht auf Kohlekurs

Kohlemine in Australien
Kohlemine in der Region Hunter Valley, im Osten Australiens. (Foto: Max Phillips (Jeremy Buckingham MLC) / flickr.com, CC BY 2.0)

Trotz düsterer Warnungen pfeift Australiens Regierung auf den IPCC-Klimaschutzbericht und denkt gar nicht daran, aus der Kohleverstromung auszusteigen. Erneuerbare Energien können die Kohlekraft nicht vollständig ersetzen, so Vizepremier McCormack.

12.10.2018 – Die Politik in Australien werde sich nicht aufgrund irgendeines Berichts ändern, sagt Michael McCormack, Vizepremierminister von Australien. Das geht aus einer Meldung der britischen Zeitung The Guardian hervor. Der gerade erst erschienene Sonderbericht des Weltklimarats wird damit direkt vom Tisch gefegt. Erneuerbare Energien könnten den Grundlastkohlestrom nicht ersetzen, so die Begründung des Vizepremiers. Stattdessen solle das Land besser seine Kohlevorräte nutzen und vollständig ausschöpfen. Damit ignoriert Australiens Regierung die düstere Warnung des IPCC, dass zur Verhinderung einer Klimakatastrophe nicht mehr viel Zeit bleibt.

Auch wenn McCormack mit dieser Meinung nicht alleine dasteht, fordern andere australische Politiker trotzdem einen Richtungswechsel in der Energiepolitik. So vertritt etwa Bill Shorten, Vorsitzender der Labor-Partei, die Meinung, dass die Erneuerbaren Energien stärker gefördert werden sollten – gleichwohl auch er nicht für einen kompletten Kohleausstieg eintritt. Nur so ließen sich die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erfüllen.

Ohne Fahrplan für den Ausbau der Erneuerbaren

Damit steuert Australien immer mehr einem energiepolitischen Kurs entgegen, der am besten mit einem „weiter so wie bisher“ beschrieben werden kann. Nachdem der ehemalige Premierminister Malcolm Turnbull im August die Minderung der Treibhausgasemissionen in der Energiepolitik aufgegeben musste, gibt es keinen Fahrplan für die Reduzierung in den Jahren nach 2020. Die Ausbauziele für die Erneuerbaren laufen dann nämlich aus. Stattdessen plant die Regierung den Bau weitere Kohlekraftwerke, um die Versorgungssicherheit – die seit Jahren ein großes Problem in Australien ist – endlich zu verbessern.

So ist es nicht verwunderlich, dass Australien erst vor einem Jahr einen traurigen Rekord zu vermelden hatte: Noch nie waren die Treibhausgasemissionen durch den Energieverbrauch höher gewesen. Neben der Stromerzeugung ist für diese Entwicklung auch der Transportsektor verantwortlich – es fehlt an Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur. Nachdem die Emissionen im Stromsektor zwischen 2012 und 2014 erfreulich stark abgesunken waren, hatten sie seitdem wieder zugelegt.

Great Barrier Reef in Gefahr

Dabei sollte sich gerade Australien angesichts der im IPCC-Sonderbericht prognostizierten Klimaveränderungen Sorgen machen. Für viele Korallenriffe des Great Barrier Reef bedeutet ein weiterer Anstieg der Erderwärmung von 1,5 Grad auf 2 Grad Celsius demnach die vollständige Zerstörung. Erholen können sich diese davon dann nicht mehr.

Zu groß ist jedoch die Rolle, die der Kohlebergbau für das Land zurzeit noch spielt. So hänge laut McCormack nicht nur ein Großteil der Stromproduktion von der Kohle ab, sondern auch zehntausende Arbeitsplätze. Außerdem sei die Kohle immer noch ein wichtiger Exportfaktor für Australien. Die Erneuerbaren Energien erachtet er als nicht wettbewerbsfähig, weswegen er davon ausgeht, dass Kohlestrom auch nach weit mehr als zehn Jahren noch ein wichtiger Teil des Energiemix sein wird. jk


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Kommentare

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heinbloed 12.10.2018, 15:33:58

+110 Gut Antworten

Der Kohleabsatz ist ein Problem, Australiens Kohle muss bereits nach Europa gebracht werden wie gerade in der Fachpresse festgestellt wird:

 

https://www.platts.ru/latest-news/coal/perth/fall-in-chinas-high-ash-coal-demand-pushes-australian-27047747

 

In Europa(ARA) sind die Haefen jedoch pickepackevoll, speziell mit high(tr)ash coal:

 

https://www.hellenicshippingnews.com/european-coal-market-struggles-with-surge-of-off-spec-flows/

 

Ankommende Frachter werden nicht mehr entladen und koennen schauen wo sie bleiben, seit Wochen ist das der Fall:

 

https://www.montelnews.com/de/story/end-of-day--co2-rebounds-from-1-month-low/942979

 

Die Klimakatastrophe laesst den Rhein versiegen, schuldig sind Wind und Sonne ...;)


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