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Die USA und das KlimaabkommenBloomberg zahlt die Pariser Klima-Zeche für Trump

Mit einem geschätzten Vermögen von 50,9 Milliarden US-Dollar befindet sich Michael Bloomberg auf Platz 11 der Forbes-Liste, der reichsten Menschen der Welt. (Foto: © Ralph Alswang / flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Der Milliardär und neue Klimabeauftragte der Vereinten Nationen, Michael Bloomberg, will einen vorgesehenen Beitrag der USA für das Pariser Klimaabkommen in diesem Jahr aus eigener Tasche bezahlen. Die Trump-Regierung hatte das verweigert.

25.04.2018 – 4,5 Millionen US-Dollar hatten die USA noch unter der Obama-Administration für dieses Jahr ursprünglich Klimaschutzorganisationen zugesagt, um den weltweiten Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen und die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu ermöglichen. Doch wie schon im Wahlkampf angekündigt, gab Donald Trump im Juli letzten Jahres den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen bekannt und fror Zahlungen ein. Mit der Abschaffung des Clean Power Plan folgten im November erste Tatsachen. Dieser sollte die Bundesstaaten zur Umsetzung verbindlicher Treibhausgasgrenzen verpflichten.

Doch während die Trump-Regierung verpflichtende Regularien zurücknahm, preschten einzelne Städte und Bundesstaaten unter der Führung von Jerry Brown, Gouverneur von Kalifornien, und Michael Bloomberg vor und verpflichteten sich zur Einhaltung und Umsetzung der Pariser Klimaziele. Dass die Initiative es ernst meint, bewies nun Bloomberg, der von 2002 bis 2013 Bürgermeister von New York war. In einem Interview für CBS News kündigte er an, das dringend benötigte Geld für die Klimaschutzorganisationen aus eigener Tasche zu bezahlen.

„Amerika hat ein Versprechen gegeben. Und als Amerikaner haben wir alle Verantwortung, wenn die Regierung sich verweigert. Ich bin in der Lage es zu ermöglichen. Also werde ich den Scheck senden, den Amerika den Organisationen versprochen hat“, so Bloomberg.

Bereits als Bürgermeister von New York aktiv für den Klimaschutz

Und Bloomberg kann sich solch eine Unterstützung leisten. 1981 gründete er das Unternehmen Bloomberg L.P., welches sich in der Folge zu einem der wichtigsten Player im Bereich der Finanzdaten und Wirtschaftsnachrichten entwickelte und Bloomberg zu einem der reichsten Menschen weltweit machte. Finanziell unabhängig, führte er bereits sein Amt als Bürgermeister von New York für die symbolische Bezahlung von einem US-Dollar aus.

Als Bürgermeister beschloss er 2007 einen nachhaltigen Entwicklungsplan für New York. Mit vielen kleinen und großen Maßnahmen sollte die Stadt in eine grüne Zukunft geführt werden. Und viele der Ideen sind bereits umgesetzt. Eines der Prestigeobjekte ist die sogenannte High Line, eine ehemalige Güterzugtrasse im Westen von Manhattan, die komplett begrünt wurde und inzwischen als öffentlicher Park fungiert. Auch Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs sind bereits in der Umsetzungsphase und werden vom aktuellen Bürgermeister Bill de Blasio fortgeführt.

Auch nach seiner Amtszeit blieb Bloomberg politisch dem Klimaschutz treu und wurde UN-Beauftragter für Städte und Klimawandel. Dieses Amt wurde Anfang März ausgebaut. Seitdem darf sich Bloomberg Klimabeauftragter der Vereinten Nationen nennen.

Mehrheit der US-Amerikaner für die Reduzierung von Treibhausgasen

Sein Wirken für den Klimaschutz fokussiert sich insbesondere auf den Kampf gegen die Kohleindustrie. Dafür unterstützte der Milliardär in Europa Organisationen, die sich gegen den Abbau und Verfeuerung des klimaschädlichen Energieträgers einsetzen. Um die 50 Millionen Dollar soll er aus seiner privaten Stiftung dafür bereitgestellt haben.    

Und im Gegensatz zur Trump-Regierung spricht sich auch die Mehrheit der US-Amerikaner für eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den USA aus. Laut einer Umfrage des Pew Research Centers sind es in den USA 69 Prozent. Michael Bloomberg hofft indes, dass auch Trump noch zur Vernunft kommt. „Er ist bekannt dafür seine Meinung zu ändern“, so Bloomberg, „aber er müsste seine Meinung wirklich ändern und sagen: Schaut, es gibt hier wirklich ein Problem und Amerika ist Teil dieses Problems. Gleichzeitig könnten die USA erheblich zur Lösung der Probleme beitragen und der Welt helfen ein potenzielles Desaster aufzuhalten.“ mf   


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