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Energiewende fortsetzen

Dänemark plant 55 Prozent Erneuerbare Energien bis 2030

Auf der dänischen Insel Ærø ist die große Solaranlage Teil des Energieversorgungskonzepts des Wärmenetzes für die kleine Stadt Marstall. (Foto: Erik Christensen / Wikimedia CommonsCC BY-SA 3.0)

Die dänische Regierung hat sich aktuell ein Ziel von 55 Prozent Erneuerbarer Energien am Gesamtenergiemix bis 2030 gesetzt. Das Land gilt als Vorreiter im Ausbau von Windkraftanlagen und setzt dabei weiterhin vor allem auf Offshore-Windenergie.

11.07.2018 – Drei große Offshore-Windparks sind geplant, die bis 2030 realisiert werden sollen, mit einer Leistung von insgesamt 2.400 Megawatt (MW), berichtet das dänische Finanzministerium. In ein paar Jahren, davon gehe Dänemarks Regierung aus, werden die Offshore-Windkraftanlagen ohne Subventionen am Strommarkt wettbewerbsfähig sein. Im Jahr 2017 wurden bereits 43 Prozent des gesamten dänischen Stromverbrauchs aus Windenergieanlagen gedeckt, zeitweise auch schon über 100 Prozent des gesamten Strombedarfs – auch Onshore, der Großteil jedoch Offshore – entlang an Dänemarks rund 7.300 Kilometern Küstenstreifen.

Das Ausbauziel bis 2030 fand breite Unterstützung im Parlament. Auf dem Weg zu einer CO2-armen Gesellschaft mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien bis 2050 hat Dänemarks Regierung das Ausbauziel für Erneuerbare Energien bis 2030 damit um lediglich fünf Prozentpunkte angehoben. Neben dem Ausbau der Windenergie sollen rund 560 Mio. Euro für konkurrierende Ausschreibungen zwischen Windenergie- und Solaranlagen bereitgestellt werden. Auch für den Ausbau von Biogasanlagen soll eine Millionensumme zur Verfügung stehen. Zum Ausbau der Erneuerbaren-Anlagen gehörten aber ebenso die Verbesserung der Energieeffizienz und Energieeinsparungen in Wirtschaft und Industrie sowie in Gebäuden. Dänemark will den Bruttoenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 gegenüber 2006 um 12 Prozent reduzieren. Energiesteuern sollten angepasst werden.

Der Wärmesektor mit regenerativen Energien soll weiter ausgebaut werden. Dänemark setzt seit langem vor allem im Gebäudesektor auf Nah- und Fernwärme als effiziente Lösung. Es gibt etliche Energiegenossenschaften, die Wärmenetze selbst betreiben. Kombinationen aus Bioenergie und Solarenergie sind dabei nicht selten und werden politisch gefördert. Seit Anfang 2013 ist in Neubauten der Einbau von Öl- und Erdgasheizungen verboten, seit 2016 gilt dies auch für Bestandsgebäude. Der KWK-Anteil an der Stromerzeugung liegt in Dänemark bei rund 60 Prozent. Es gibt große solarthermische Anlagen, die Gemeinden versorgen. Dänemark verfügt auch über ein gut ausgebautes Wasserstoff-Tankstellen-Netz.

Die dänische Stromnetzeinspeisung aus Erneuerbaren Energien erreichte im ersten Halbjahr 2018 insgesamt 7,4 Mrd. Kilowattstunden (kWh) und bewegt sich damit auf dem Vorjahresniveau. Den Hauptbeitrag leistete im ersten Halbjahr 2018 die Windenergie mit 6,65 Mrd. kWh, weit vor der Solarenergie  mit 524 Mio. kWh und der Bioenergie.

2017 hatte die dänische Regierung die Energiewende vorerst geschrumpft, und strich schrittweise bis zum Jahr 2021 die Public Service Obligation (PSO), das dänische Umlagesystem zur Finanzierung von Ökostromprojekten, eine der deutschen EEG-Umlage vergleichbare Abgabe. Stattdessen gibt es staatliche Zuschüsse. Damit gefährdete die rechtsliberale Partei Venstre die Klimaziele und die einstige Vorreiterrolle Dänemarks in der Klimapolitik. na


Kommentare

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Florian 12.07.2018, 22:49:29

ein ähnliche mutiges Vorgehen würde ich mir auch in Deutschland wünschen. Da merkt man schon das Dänemark viel weniger von der alten fossilen Energieindustrie geprägt ist als Deutschland. Das gilt übrigens auch für den Sektor Verkehr bei dem Dänemark ohne signifikante eigene Automobil Industrie viel mehr auf das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr setzt als Deutschland. Besonders mutig die Verbote für fossile Heizungen nicht nur in Neubauten sondern auch im Bestand. Kritiker der Energiewende argumentieren noch immer das die Energiewende nur von Deutschland vollzogen wird, ich höre dann öfters die Energiewende sei ein deutscher Sonderweg, das scheint nicht zu stimmen denn es scheint das Deutschland nach einem guten Start nun im internationalen Vergleich hinsichtlich Energiewende eher zurück fallen würde. Besonders beachtlich auch wie gut im doch noch zweifellos nördlicher als Deutschland gelegenen Dänemark die Solarthermie funktioniert und welche großen Beiträge zur Wärmeerzeugung hierdurch geleistet werden kann.

Udo D. Schlegel 10.08.2018, 12:35:29

In Dänemark gilt:

Seit Anfang 2013 ist in Neubauten der Einbau von Öl- und Erdgasheizungen verboten, seit 2016 gilt dies auch für Bestandsgebäude….

Warum werden in Deutschland noch immer Erdgasheizungen verbaut?

KWK Anlagen in EFH wäre eine Lösung. KWK- Anlagen erzeugen die elektrische Energie für das Haus

und die Wärme für Warmwasser und Heizung ist ein Abfallprodukt.

Die Energiekosten für die Heizung werden eingespart und damit viele Tonnen CO².

Erdgas zu Verbrennen ist ein Frevel. Wir sollten uns ein Beispiel an Dänemark nehmen!

Weitere Infos unter www.hybelw.de

Udo D. Schlegel


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