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Energiewende und NaturschutzDer Wunsch nach naturverträglicher Erneuerbarer Energie

Windrad über den Wipfeln der Bäume an einer Bergkuppe.
Windräder innerhalb von Fichtenwäldern seien laut Bundesamt für Naturschutz zwar kein Problem, diese dürften jedoch nicht an exponierten Hanglagen oder Bergkuppen stehen, die das Naturerleben mindern (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain).

Der Bau regenerativer Energieanlagen sollte künftig stärker mit Naturschutz in Einklang gebracht werden, fordert das Bundesamt für Naturschutz. Dabei seien vor allem der effiziente Umgang mit Flächen und eine dezentrale Energieversorgung wichtig.

16.02.2019 – „Ein naturverträglicher EE-Ausbau kann gelingen – das macht unser Energiereport deutlich“, so Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Der Erneuerbaren Energien Report 2019 fasst über 40 Forschungsarbeiten und -vorhaben zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass der tiefgreifende Umbruch der Energieversorgung in Einklang mit dem Naturschutz gestaltet werden kann. Dabei sei es – neben dem effizienten Umgang mit Flächen und dezentraler Versorgung – auch elementar Energieeinsparungen und Effizienzmaßnahmen voranzutreiben und damit den Energiebedarf an sich zu begrenzen.

Möglich sollen dies unter anderem der Ausbau der Sektorkopplung und Elektrifizierungen im Verkehrs- und Wärmebereich machen. Abstand hingegen soll, nach Ansicht des BfN, von der Bioenergie genommen werden, da diese hohe Flächenintensität und Nutzungskonkurrenzen nach sich ziehen würde. Doch Bioenergie kann auch aus Abfall- und Reststoffen gewonnen werden, wodurch deren normale energieintensive Verwertung positiv umgewandelt wird. Insgesamt jedoch sieht auch das Umweltbundesamt Wind- und Solarenergie der Biomasse bei der Flächeneffizienz um ein vielfaches überlegen.

„Ein vermehrter verbrauchsnaher Ausbau“

Und als besonders naturverträglich sieht das BfN den dezentralen Ausbau von Solarkraft vor allem in urbanen Gebieten. Stärker als bisher sollen demnach bereits bestehende Dachflächen in großen Ballungsräumen für Solaranlagen genutzt werden. „Ein vermehrter verbrauchsnaher Ausbau kann so zum Schutz der freien Landschaft beitragen“, erklärt Beate Jessel. Doch erst im Dezember beschlossen Bundesregierung und Bundesrat eine Kürzung der Förderung für Solaranlagen und Mieterstromanlagen.

Dabei dienen insbesondere urbane Mieterstromprojekte als Paradebeispiel für flächenarme und effiziente Energieprojekte, die oft hausgemachten Solarstrom von ihren eigenen Dächern nutzen. Ein weiterer Vorteil von Mieterstrom besteht in der Beteiligung von Bürgern an den Projekten, was die Akzeptanz steigert. Und diese Akzeptanz fehle oftmals, wenn Erneuerbare Energien Anlagen in naturräumlicher Umgebung geplant werden, erklärt das BfN in seiner Analyse. Daher sei es bei der Planung neuer Anlagen im ländlichen Raum wichtig, neben Natur- und Umweltschutzaspekten, auch die Bürgerbeteiligung zu stärken.

Einer Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zufolge wird aber auch deutlich, dass die Zustimmung zu Erneuerbaren Energien Anlagen in der Umgebung des eigenen Wohnorts sogar steigt, wenn bereits Anlagen in der eigenen Nachbarschaft bestehen. Dabei erfahren vor allem Solarparks und Windenergieanlagen höhere Zustimmung. Geht es jedoch um den Bau von Überlandstromleitungen halten zwar 78 Prozent den Ausbau für wichtig, aber nur 32 Prozent würden deren Bau in der eigenen Nachbarschaft begrüßen.

Wie bei den Mieterstromprojekten fordert das BfN daher den verstärkten Ausbau dezentraler Energieversorgung im ländlichen und urbanen Raum. Dafür sei ebenso ein standortbezogener Mix aus effizienten EE-Anlagen in Zukunft nötig, wie auch die Einbindung von Speichertechnologien, deren Entwicklung stärker vorangetrieben werden müsse. mf    


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