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„The Ocean Cleanup“Großprojekt Pazifikreinigung gestartet

Das 600 Meter lange „System 001“ soll zukünftig im Pazifik den größten Müllstrudel der Erde bekämpfen. (Foto: © The Ocean Cleanup)

Nach fünf Jahren Forschung und Entwicklung hat die Organisation „The Ocean Cleanup” in der Bucht von San Francisco ihre Sammelanlage für Plastikmüll gestartet. Das 600 Meter lange System soll im Pazifik den größten Müllstrudel der Erde bekämpfen.

19.09.2018 – Vor einigen Tagen hat in der Bucht von San Francisco das weltweit erste derartige System zur Meeressäuberung abgelegt. Nach einem Zwischenstopp etwa 300 Seemeilen vor der Küste, bei dem noch letzte Tests durchgeführt werden, nimmt die von der Organisation „The Ocean Cleanup“ entwickelte Anlage dann Kurs aufs offene Meer. Angesteuert wird dabei das Gebiet des Nordpazifikwirbels zwischen Nordamerika und Asien, das auch als „Great Pacific Garbage Patch“ bekannt ist. In diesem wohl größten Müllstrudel der Erde ist die Konzentration von Plastikteilchen besonders hoch.

Zunächst hat „System 001“ jedoch noch eine lange Reise vor sich. Die Sammelanlage für Plastikmüll muss schließlich weitere 1.000 Seemeilen geschleppt werden – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zwei bis vier Knoten. Damit könnte das System dann in etwa drei Wochen den Nordpazifikwirbel erreichen und mit dem Sammeln von Plastik beginnen.

Nach Angaben der Organisation ist an dem u-förmigen, etwa 600 Meter langen, schwimmenden Rohr ein Vorhang befestigt, der drei Meter tief ins Wasser hängt. Dadurch sollen die umhertreibenden Plastikteile zusammengetrieben, aufgesammelt und von Schiffen abtransportiert werden. Für die im Meer lebenden Tiere bestehe keine Gefahr, da sie einfach unter dem Vorhang hindurchschwimmen könnten.

Mehr Schaden als Nutzen?

Einige Kritiker befürchten jedoch trotzdem, dass „The Ocean Cleanup“ insgesamt mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Das großflächige Abschöpfen von Plastikteilen könnte viele Kleinlebewesen und Jungfische gefährden, worunter dann das gesamte marine Leben leiden würde. Dabei wären die Möglichkeiten des Projekts eher begrenzt. Innerhalb von fünf Jahren könnten etwa 35.000 Tonnen Plastikmüll eingesammelt werden, so Meeresforscher Mark Lenz vom Geomar in Kiel gegenüber Zeit Online. Das seien jedoch nur etwa 0,5 Prozent des gesamten Plastiks, welches Jahr für Jahr in die Weltmeere gelange. Deshalb sei es ratsam, die eigentliche Ursache zu bekämpfen und die Verschmutzung durch Plastikmüll an Land einzudämmen.

Trotzdem konnte der Niederländer Boyan Slat mit seiner ausgefallen Idee neben vielen Investoren auch zahlreiche Universitäten sowie Unternehmen für „The Ocean Cleanup“ gewinnen. Läuft beim „System 001“ alles wie geplant, sollen zukünftig weitere 60 derartige Anlagen entstehen und dabei helfen, die Weltmeere von Plastikmüll zu befreien. jk


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