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Neues Ranking

Deutsche Energieeffizienz ist nur Mittelmaß

Schneidet bei der Energieeffizienz nicht gut ab: Die deutsche Industrie. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Trotz vollmundiger Versprechen ist es um die Energieeffizienz hierzulande nicht gut bestellt. Die deutsche Industrie, Haushalte und der Verkehrssektor landen im EU-Vergleich nur im Mittelfeld. Die Effizienzziele für 2020 sind kaum noch zu erreichen.

13.06.2018 – Beim Verkehr Platz 16, im Bereich der Haushalte Platz 13 und für die Industrie immerhin Platz 9. Das ist das ernüchternde Ergebnis eines EU-weiten Rankings zur Energieeffizienz. Im Forschungsprojekt Odyssee-Mure untersuchte und verglich unter anderem das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI das bisher erreichte Energieeffizienz-Niveau der 28 Mitgliedsstaaten, die politischen Versprechungen und Aussichten.

Effizienzziel in weiter Ferne

Für Deutschland fällt auf, dass die Bundesrepublik trotz der schlechten Einzelplatzierungen auf einem insgesamt passablen vierten Platz landet. Woher kommen diese starken Unterschiede? Zu einem großen Teil, nämlich einem Drittel, floss in die Gesamtbewertung die Energieeffizienzpolitik ein. Die Bundesregierung hat bis 2020 das ambitionierte Ziel von 20 Prozent mehr Effizienz gegenüber 1990 versprochen und in diesem Bereich den zweiten Platz nach Irland erreicht. Das Problem: Diese Marke ist in weiter Ferne, aktuell sind nur 12 Prozent geschafft, also etwa 40 Prozent und darin sind bereits künftige Wirkungen beschlossener Maßnahmen eingerechnet. Bis 2020 wird es also auch mit den Vorgaben für Energieeffizienz wie mit den deutschen Klimazielen nichts.

Die Schwierigkeiten verdeutlichen die Forscher in einer weiteren Zahl: Beim Trend, also dem Ausblick für Energieeffizienz in der Zukunft, liegt die deutsche Industrie auf dem vorletzten 27. Platz. Schlechter geht es also kaum. Die Haushalte erreichen den 16. Platz, der Verkehr Platz 15. Beim Gesamtausblick reicht es nur zu einem Platz 26 von 28.

Briten haben die Nase vorn

Angesichts der mangelnden Strategie und dem offenbar fehlenden Willen der neuen Bundesregierung, zeigte sich die Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) enttäuscht: „Wenn das so weiter geht, droht der einstige Hoffnungsträger Deutschland zum Punktelieferant zu verkommen“, sagte Deneff-Vorstand Christian Noll.

Wer macht es also besser in Europa? Glaubt man den Forschungsergebnissen, dann sind es vor allem die Briten, die in drei von vier Kategorien die Nase vorn haben. „Das Vereinigte Königreich war, neben Italien, besonders erfolgreich beim Personenverkehr mit steuerlichen Maßnahmen und Beschränkungen für den Individualverkehr beim Zugang zu Städten“, erläuterte Barbara Schlomann vom Fraunhofer ISI die Ergebnisse. Das zweitplatzierte Irland zeichnete sich demnach durch eine besonders hohe Zahl von thermischen Gebäuderenovierungen aus. Es ist genau jene Maßnahme, die die Bundesregierung trotz Zusage im Koalitionsvertrag und gegen den Rat zahlreicher Experten wie der Deutschen Energieagentur erst kürzlich aus ihrem Haushaltsentwurf gestrichen hat. cw


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