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BP Energy OutlookErdöl-Zeitalter geht dem Ende entgegen

BP-Tankstelle in der Dämmerung
Zukünftig wird es sie immer weniger geben, die Benzin- und Dieseltankstellen. (Photo by Jack B on Unsplash)

Bei seinem Energy Outlook 2020 überrascht Ölkonzern BP mit einem Eingeständnis: Das Zeitalter der ständig steigenden Ölnachfrage ist beendet. Das Unternehmen erwartet bis 2050 einen Einbruch der Nachfrage um bis zu 80 Prozent.

17.09.2020 – Es ist eine Aussage für sich, dass selbst der Öl-Gigant BP das Ende der steigenden Erdölnachfrage ausruft. Das globale Energiesystem werde grundlegend umstrukturiert um den Weg in einer CO2-ärmere Zukunft zu ebnen, heißt es in dem Energy Outlook 2020. Sämtliche Szenarien prognostizieren dabei einen Rückgang der Ölnachfrage in den nächsten 30 Jahren. Wahrscheinlich wird sie sogar nie wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen.

Insgesamt werde die Energienachfrage aber steigen, unabhängig von den angenommen Entwicklungspfaden. Dabei verlagert sich der Verbrauch weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Erneuerbaren Energien. Betrug der Anteil fossiler Energieträger an der globalen Primärenergie 2018 noch etwa 85 Prozent, schrumpft er bis 2050 auf 65 bis 20 Prozent. Der Erneuerbaren-Anteil steigt dagegen auf 20 bis 60 Prozent, je nach Energiewende-Szenario. Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung schnell voran. So könnte der Anteil der Elektrizität am gesamten Endenergieverbrauch von ca. 20 Prozent im Jahr 2018 auf bis zu 50 Prozent steigen.

BP fordert Erhöhung der CO2-Bepreisung

Bemerkenswert ist auch eine klimapolitische Forderung des Ölkonzerns: Eine erhebliche Erhöhung der CO2-Bepreisung sei erforderlich, um eine dauerhafte Reduzierung der durch Energienutzung generierten Emissionen zu erreichen. Werden diese Maßnahmen weiter verzögert, könne das die Herausforderungen sogar noch vergrößern – und zusätzliche wirtschaftliche Kosten verursachen.

Für die nächsten dreißig Jahren rechnen die BP-Experten mit einem deutlichen Einbruch der Ölnachfrage. Selbst bei dem Business as usual-Szenario geht sie um zehn Prozent zurück. Will man die globalen Temperaturen bis 2100 auf unter zwei Grad Celsius begrenzen (Rapid-Szenario), sinkt die Nachfrage nach Öl um 55 Prozent. Zum Erreichen der Treibhausgasneutralität (Net-Zero-Szenario) geht sie sogar um 80 Prozent zurück. Zurückzuführen sei der Rückgang einerseits auf die zunehmende Effizienz und andererseits die Elektrifizierung im Straßenverkehr.

Wind- und Solarenergie Treiber der weltweiten Energiewende

Unabhängig vom angenommenen Szenario seien die Erneuerbaren Energien die am schnellsten wachsenden Energieträger, heißt es im BP Energy Outlook 2020. Treiber seien hierbei vor allem die Wind- und Solarenergie, die von weiter sinkenden Entwicklungskosten profitieren. Der durchschnittliche jährliche Zubau an Wind- und Solaranlagen wird für die nächsten 15 Jahre mit 350 bis 550 Gigawatt prognostiziert.

Erst im Juni hatte der Ölkonzern bekannt gegeben, dass er aufgrund der Corona-Krise und dem Verfall des Ölpreises 14 Prozent seiner Angestellten kündigt. Das Erdöl-Geschäft lief schlechter denn je, das Unternehmen plant einen Strategiewechsel. Bis zum Jahresende sollen demnach 10.000 Stellen abgebaut werden. In den Aufbau des Erneuerbare-Energien-Geschäfts will der Konzern nun jährlich fünf Milliarden US-Dollar investieren und die Öl- und Gasproduktion bis 2030 um 40 Prozent senken. Bis 2050 will BP dann die Netto-Null beim CO2-Ausstoß erreichen. jk


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