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Nachhaltige Geldanlage

EU will Öko-Label für Finanzprodukte einführen

Die neuen EU-Regelungen für nachhaltige Finanzprodukte soll auch den Finanzplatz Frankfurt stärken. (Foto: © Mijozi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Um mehr Investitionen in Klimaschutz und Energiewende zu lenken und den EU-Finanzsektor zu stärken, will die EU-Kommission bis Herbst 2019 ein Öko-Label für Finanzprodukte einführen. Bisher entscheiden Banken, welche Investitionen nachhaltig sind.

23.04.2018 – Bereits im Mai will die Kommission eine Definition vorlegen, die den Begriff Nachhaltigkeit genauer bestimmen und umweltfreundliche, emissionsarme Investments identifizieren soll. Im Herbst kommenden Jahres soll dann ein Label für nachhaltige Finanzprodukte eingeführt werden, so berichtet es das Magazin bizz energy. Bisher gibt es nur wenige solcher Produkte, zudem bestimmen die Banken selbst, was nachhaltig, umweltfreundlich oder emissionsarm bedeutet.

Die fehlenden gesetzlichen Vorgaben erschweren einen Durchbruch grüner Finanzprodukte, weshalb Brüssel nun reagiert. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker knüpft gleich zwei Hoffnungen an die Initiative: Die Investitionen in Erneuerbare Energien und Klimaschutzprojekte sollen angekurbelt werden, denn nach Kommissions-Berechnungen müssten jährlich 180 Milliarden Euro mehr in diese Bereiche fließen, um das Klimaziel des Pariser Abkommens von 40 Prozent weniger Treibhausgase bis 2030 zu erreichen.

Nachfrage ist hoch

Allein mit öffentlichen Geldern sei das Ziel nicht zu erreichen, heißt es aus Brüssel. Es fehlen allerdings nicht nur diese zusätzlichen Gelder, die Investitionen in Erneuerbare Energien sind sogar rückläufig. In Deutschland flossen 2016 nur 12 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien, 2010 waren es noch 25 Milliarden. Auch die Ausgaben der Industrie verharren bei 2,5 Milliarden jährlich, berichtet bizz energy.

Neben den dringend benötigten Investitionen will Junker den Finanzsektor der Union stärken, der mit dem Brexit die Finanzmetropole London verlieren wird. Geschäfte rund um „Green Finance“ sollen die verbliebenen Finanzplätze festigen. Die Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen ist gewaltig, neben Pensionsfonds, Stiftungen und Kirchen suchen auch Privatanleger nach ökologisch und ethisch unbedenklichen Anlagemöglichkeiten.

Heikle Anreize

Die Hoffnungen auf eine Ankurbelung des Marktes ruhen insbesondere auf zwei Punkten der Brüsseler Initiative. Das Öko-Label kann Investoren Sicherheit verschaffen und nachhaltige Produkte leichter erkennbar machen. Zudem sollen Banken und Fonds bei Investitionen stärker Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigen und darüber Rechenschaft ablegen, berichtet das Magazin. Als Anreiz soll ein Bonus auf das Eigenkapital dienen.

Offenbar ein heikler Punkt in der Branche. Denn im Falle einer Nichtberücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren könnten Institute als „nicht nachhaltig“ gebrandmarkt werden, die Lobbyisten stehen offenbar in den Startlöchern. Der ehrgeizige Zeitplan der Kommission der könnte deshalb in Gefahr geraten. cw


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