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Pionier des Zwei-Grad-Klimaziels

Klimaökonom Nordhaus erhält Nobelpreis

Paul Michael Romer und William Dawbney Nordhaus
Die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Michael Romer (links) und William Dawbney Nordhaus (rechts). (Fotos: Stefan Bernd, wikimedia.org, CC BY-SA 2.5 / © Yale University)

Für seine ökonomische Forschung zum Klimawandel und dem daraus resultierenden Zwei-Grad-Ziel erhält William Nordhaus den Wirtschaftsnobelpreis. Ebenfalls ausgezeichnet wird der US-Ökonom Paul Romer für seine Arbeiten zur technologischen Innovation.

10.10.2018 – Pünktlich zur Veröffentlichung des IPCC-Sonderberichts, in dem der Weltklimarat vor drastischen und unumkehrbaren Folgen des Klimawandels warnt, geht der Wirtschaftsnobelpreis in diesem Jahr an die beiden US-Ökonomen William Nordhaus und Paul Romer. Vor allem Nordhaus gilt seit einigen Jahrzehnten als Experte für Umwelt- und Klimaökonomie. Ausgezeichnet wird er für die „Integration des Klimawandels in die langfristige makroökonomische Analyse“. Romer hat sich dagegen beim Thema des Wirtschaftswachstums einen Namen gemacht und wird daher für die „Integration von Innovation in die langfristige makroökonomische Analyse“ ausgezeichnet.

Die beiden Ökonomen hätten Methoden entwickelt, um einige der grundlegendsten und drängendsten Fragen unserer heutigen Zeit zu beantworten: Wie können wir langfristig ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erreichen?

Fokus liegt bewusst auf Klima und Innovation

Das teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, die seit 1969 den renommierten Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften jährlich vergibt, bei ihrer Entscheidung mit. Hierzulande ist dieser vor allem als Wirtschaftsnobelpreis bekannt. In diesem Jahr scheint der Fokus ganz bewusst auf der Integration von Klima und Innovation in das Wirtschaftswachstum zu liegen. Erst kürzlich hat der Weltklimarat einen schnellen Umbau der Wirtschaft gefordert, um die globale Erderwärmung noch auf 1,5 Grad Celsius begrenzen zu können.

Grundstein des Zwei-Grad-Ziels

Und Nordhaus ist in der Tat für seine richtungsweisende Forschung im Bereich der Klimaökonomie bekannt. Seine ersten Studien aus den Jahren 1975 und 1977 zeigten, dass bei einer globalen Erderwärmung von mehr als zwei Grad Celsius ein Klimazustand erreicht werden kann, der außerhalb des natürlichen Schwankungsbereichs liegt und den es seit hunderttausenden Jahren nicht mehr gegeben hat. Damit schaffte Nordhaus gewissermaßen den Grundstein des klimapolitischen Zwei-Grad-Ziels.

Nur wenige Jahre später entwickelte er eines der ersten sogenannten integrierten Assessment-Modelle (IAM), mit dem eine ökonomische Untersuchung von Auswirkungen des Klimawandels möglich wurde. Erstmals konnte dadurch die Umwandlung von Energie mit dem Ausstoß von CO2-Emissionen und der CO2-Konzentrationen kombiniert werden.

CO2-Steuer als Instrument der Klimapolitik

Außerdem stellte Nordhaus 1992 das Dynamisch Integrierte Klimaökonomie-Modell (DICE) vor, mit dem er zeigen konnte, dass die Einführung einer CO2-Steuer ein effizientes Instrument der Klimapolitik sein kann. Damit verfasste er eine der meistzitiertesten Arbeiten, die sich mit marktbasierten Instrumenten der Klimapolitik beschäftigen. In dem Modell wurde erstmals neben den klassischen Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital auch der Faktor Energie mit einbezogen. Nordhaus hat es dann mit unterschiedlichen Klimamodellen kombiniert, um die Folgen der Wirtschaft auf die Klimaerwärmung zu ermitteln.

Wirtschaftswachstum durch technischen Fortschritt

Paul Romer, der zweite Preisträger, ist vor allem für sein nach ihm benannten Wirtschaftsmodell bekannt, das Wirtschaftswachstum durch technischen Fortschritt beschreibt. Dabei fließen Innovationen als endogene, also abhängige Variable ein und sind damit ein wesentlicher Bestandteil des Modells. Zuvor nahmen Ökonomen im Rahmen der neoklassischen Wachstumstheorie noch an, dass Wachstum nur durch die Akkumulation von physischem Kapital erreicht werden kann, bis ein langfristiges Gleichgewicht besteht.

Romer habe mit seinem Modell den Grundstein für die sogenannte endogene Wachstumstheorie gelegt, erklärte das Preiskomitee in Stockholm. Er konnte zeigen, dass Wissen als Motor für langfristiges Wirtschaftswachstum dienen kann. Demnach würden wirtschaftliche Kräfte Unternehmen dazu antreiben, neue Ideen und Innovationen zu entwickeln.

Die Lösung aller Probleme?

Insgesamt geben die wissenschaftlichen Beiträge der beiden Preisträger wichtige, grundlegende Einblicke in die Ursachen und Folgen des Klimawandels sowie technologischen Innovationen. Auch wenn sie keine schlüssigen Antworten auf bestimmte Probleme liefern können, hätten ihre Ergebnisse einen entscheidenden Teil zur Beantwortung der Frage, wie ein nachhaltiges globales Wirtschaftswachstum erreicht werden kann, beigetragen. jk


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