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Günstige grüne EnergieSkandinaviens Ökostrom für neue Datenzentren

Staudämme zur Erzeugung von Wasserkraft – wie hier in Norwegen – sind ökologisch umstritten, wirken sich jedoch nicht negativ auf den Klimawandel aus. (Foto: ©Stig Berge / flickr.com, CC BY 2.0)

Dank günstiger Erneuerbarer Energie in den skandinavischen Ländern, streben die großen IT-Konzerne in den Norden Europas, um dort neue Rechenzentren zu bauen. Auch die niedrigen Temperaturen und der Zugang zu Wasser begünstigen die Standortwahl.

01.06.2018 – Skandinavien ist Europas Vorreiter bei der Produktion von grünem Strom. Und dieser Strom ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch günstig. Gründe genug für Google, Facebook, Apple und Co. neue Rechenzentren in den skandinavischen Ländern zu bauen, die sie für den wachsenden Bedarf an Datenleistung weltweit benötigen. Eine Studie des Immobilien-Dienstleistungsunternehmen Savills sagt voraus, dass dieser Trend noch zunehmen wird, wie das Wirtschaftsmagazin bizz energy berichtet.  

In einer Potenzialanalyse untersuchte Savills die Eignung von 20 europäischen Ländern für große Rechenzentren. Das Ergebnis: Vor allem die skandinavischen Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark schnitten gut ab. Norwegen baut vorrangig auf Wasserkraft. In Schweden ist es zusätzlich zur Wasserkraft vor allem Biomasse, die den Energiebedarf deckt. Auch Finnland schwört auf Bioenergie, genauso wie Dänemark. Dort wächst jedoch auch der Anteil an Windenergie rasant.

Neben der günstigen Produktion der Erneuerbaren Energie bieten Norwegen und Schweden den großen IT-Konzernen zusätzlich Steuervergünstigungen auf ihren Strom. In Schweden beträgt dieser zum Beispiel nur 0,05 Cent pro Kilowattstunde. Dies ist der von der EU vorgegebene Mindestsatz für Stromsteuern. Auch Dänemark plant erhebliche Steuererleichterungen für große Datenzentren.

Günstige klimatische Verhältnisse

Neben dem günstigen Strom bezogen die Marktforscher von Savills in ihre Potenzialanalyse auch die durchschnittliche Außentemperatur und den Zugang zu frischem kühlen Wasser in die Untersuchung mit ein. Und auch da schnitten die skandinavischen Länder mit ihrer wasserreichen Vegetation und mildem Klima besonders gut ab, mit optimalen Verhältnissen für die energieintensiven Rechner, die viel Kühlung brauchen.

Google, Facebook und Co. haben bereits kräftig in den Bau neuer Anlagen in der Region investiert. So eröffnete Facebook 2013 in Schweden sein erstes Datenzentrum außerhalb der USA. Weitere Rechenzentren in Skandinavien sind in Planung. Auch die energieintensive Bitcoin-Industrie strebt vermehrt in den Norden Europas.

Zusätzlich zu den geringen Kosten ist ebenso das Label Ökostrom für viele der datenintensiven Unternehmen attraktiv. Für ein sauberes Image hat es sich Apple zum Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2020 nicht nur die eigenen Aktivitäten komplett mit Ökostrom zu bewerkstelligen, sondern auch die komplette Zuliefererkette auf 100 Prozent Erneuerbare Energien umzustellen. Während Apple inzwischen eigene Ökostromprojekte betreibt, setzt Google auf externe Anbieter. Dort wird nach eigenen Angaben jedoch – sofort nach Vertragsunterzeichnung – kräftig in neue Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom investiert. Bislang über drei Milliarden US-Dollar. mf


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