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Ökostrom-Eigenverbrauch

Solarstromspeicher im Vergleich

Karikatur von Gerhard Mester zum Thema Energiespeicher und erneuerbare Energien
Karikatur von Gerhard Mester zum Thema Energiespeicher und erneuerbare Energien. (Bildnachweis: Von Gerhard Mester – Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V., Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0)

Für den privaten Haushalt wird die Speicherung von eigenproduziertem Solarstrom in Zukunft relevanter und auch lukrativer. Doch welcher Speicher ist der richtige? Forscher der HTW Berlin haben erstmals die Effizienz von 20 Speichersystemen geprüft.

21.11.2018 – Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach bringt nicht nur Ökostrom, sondern auch finanzielle Erträge. Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung lohnt sich das in Zukunft jedoch nur noch, wenn der Solarstrom auch im eigenen Haushalt verbraucht wird – dazu werden Stromspeicher notwendig: Diese sind zwar zunehmend günstiger, allerdings fehle bislang ein unabhängiger Vergleich der am Markt erhältlichen Solarstromspeicher, haben sich Wissenschaftler der Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) gesagt und im Rahmen der Studie Stromspeicher-Inspektion 2018 erstmals die Energieeffizienz von 20 Speichersystemen geprüft. Die daraus resultierenden Ergebnisse stellen nun weit verbreitete Pauschalaussagen zur Wahl der Speichergröße und Relevanz der Speicherverluste infrage.

Größer heißt nicht besser

Häufig stehe bei der Suche nach einem passenden Speichersystem die Größe des Batteriespeichers im Mittelpunkt, so die Beobachtung der Forscher. Je größer die Speicherkapazität, so lautet das Credo, umso größer die erzielbare Eigenversorgung. Das sei jedoch kein Naturgesetz, zeigen die Ergebnisse der Studie, sogar das Gegenteil könne der Fall sein: Hohe Umwandlungs- und Standby-Verluste von überdimensionierten Speichersystemen schmälerten sogar den eigentlichen Nutzen der Stromspeicherung. „Dagegen können kleine, effiziente Speichersysteme erstaunlicherweise sogar eine geringere Stromrechnung am Jahresende ermöglichen“, erläutert Johannes Weniger, Initiator der Stromspeicher-Inspektion, die Studienergebnisse. Er empfiehlt Verbrauchern daher, beim Speicherkauf das Augenmerk zuallererst auf die Systemeffizienz zu richten.

Effizienz zahlt sich aus

Eine weitere im Rahmen der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Studie beleuchtete auch die unterschiedlichen Systemkonzepte zur elektrischen Einbindung der Batteriespeicher. Zehn Speicherhersteller und Systemanbieter haben dabei die Untersuchungen mit Labormessdaten von unabhängigen Prüfinstituten unterstützt.

Der Systemvergleich basiert auf dem an der HTW Berlin entwickelten System Performance Index (SPI), der alle Allein in den ersten zehn Jahren beträgt der finanzielle Vorteil eines hocheffizienten Speichersystems bis zu 1.000 Eurorelevanten Verlustursachen in einer Kennzahl zusammenfasst. Fazit dieser Studie: Drei besonders effiziente Photovoltaik-Speichersysteme konnten einen SPI von knapp über 90 Prozent erzielen. Die Effizienzunterschiede zwischen den Systemen sind laut Studie jedoch größer als bislang vermutet. „Allein in den ersten zehn Jahren beträgt der finanzielle Vorteil eines hocheffizienten Speichersystems bis zu 1.000 Euro“, erklärt Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Mitautor der Studie, die Ergebnisse. Die Höhe der Speicherverluste wirke sich also direkt auf die Kosteneinsparungen aus.

Insgesamt gesehen, so das Urteil der Studienautoren, müsse sich die Mehrheit der untersuchten Solarspeichersysteme in Bezug auf die Effizienz nicht verstecken. Um die Transparenz im Speichermarkt weiter zu erhöhen, sollten jedoch alle Hersteller die Karten offenlegen, rät Quaschning. na


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