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Sonnenkraft im HexagonFrankreich verzeichnet solare Rekorde

Solare Straße im Savoie in Frankreich
Solare Straße im Savoie: Viel Sonne in ganz Frankreich sorgte im Juni dieses Jahres für Spitzenwerte bei der Energieerzeugung durch Photovoltaik. (Foto: Florian Pépellin / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0)

Mit einer Einspeisung von 1,4 Terawattstunden Solarstrom ins französische Netz im Juni dieses Jahres konnte Frankreich laut Netzbetreiber RTE seinen eigenen PV-Rekord brechen. Indes mussten Atomkraftwerke wegen der großen Hitze abgeschaltet werden.

06.08.2019 – Während Frankreichs Atomkraftwerke wegen der großen Hitze im Juni und Juli heruntergefahren oder teilweise abgeschaltet werden mussten, wurde etwa im selben Zeitraum so viel Solarenergie aus Photovoltaikanlagen wie noch nie im Hexagon produziert. Laut den Zahlen des französischen Übertragungsnetzbetreibers (RTE) lag im Juni 2019 die Photovoltaik-Produktion bei 1,4 Terawattstunden. Als Grund für den Rekord nennt der Netzbetreiber eine überdurchschnittlich hohe Sonneneinstrahlung über einen großen Teil des gesamten Landes; zudem seien einige Solarparks zugebaut worden. Die Kapazität der in Frankreich betriebenen PV-Anlagen sei damit im Vergleich zum Juni vergangenen Jahres um rund 9,5 Prozent gestiegen.

Folgen des Klimawandels verändern den Strombedarf und die Stromerzeugung

Auch die Windkraft konnte in Frankreich zulegen. Während eines Sturms mit hohen Windgeschwindigkeiten am 8. Juni 2019 konnte die Windkraft kurzzeitig 27 Prozent des französischen Strombedarfs decken. Durch Abschaltungen wegen Hitze sank die Energieerzeugung aus Atomkraft dagegen im Monatsdurchschnitt um 0,2 Prozent. Bedingt vor allem durch ausbleibende Niederschläge und folgendem Wassermangel ging auch die Energieerzeugung aus Wasserkraft im Jahr 2018 um rund 24 Prozent zurück.

Während der Hitzewelle verzeichnete Frankreich laut RTE am 27. Juni einen Spitzen-Stromverbrauch von 59,4 Gigawatt, das sind rund acht Prozent mehr als bei Temperaturen, die normalerweise in dieser Saison zu erwarten sind. Die durchschnittliche Erzeugungsleistung der Photovoltaik-Anlagen habe in diesem Zeitraum rund 25 Prozent betragen. Aufgrund der zunehmenden Hitze steigt in Frankreich der Stromverbrauch im Sommer immer stärker an, während die Atomkraftwerke weniger leisten können.

Der Ausbau Erneuerbarer Energien geht viel zu langsam voran. Statt die Sonne zu nutzen, versuchen immer mehr Klimaanlagen die Sonneneinstrahlung mittels Atomstrom wegzukühlen. Da es kaum Kohlekraftwerke in Frankreich gibt, fällt Frankreichs CO2-Bilanz wegen der emissionsarmen Atomkraftwerke verhältnismäßig günstig aus. Mit Klimaschutz hat das allerdings wenig zu tun. Und statt den Ausbau Erneuerbarer Energien voranzutreiben, spekulieren Politik und Wirtschaft über die spätere Abschaltung von Atomkraftwerken. na