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Solarmodule aus ChinaSolarbranche fürchtet den Corona-Einbruch

Techniker überprüft Solaranlage
Techniker überprüft Solaranlage. (Foto: © Alex Csiki auf Pixabay)

Die Corona-Pandemie erschüttert die Solarbranche: Weil Solarmodule aus China knapp werden und Arbeiter zu Hause bleiben, drohen zahlreichen neuen Solarparks der Stillstand und Strafzahlungen durch das EEG.

20.03.2020 – „Derartige Umstände Höherer Gewalt dürfen nicht dazu führen, dass wertvolle Klimaschutzprojekte platzen und Projektierer in ihrer Existenz bedroht werden“, sagt Carsten Körnig, Chef des Bundesverbands Solarwirtschaft. Seine Sorge kommt nicht von ungefähr, bundesweit ziehen sich zahlreiche Solarpark-Projekte in die Länge oder stehen ganz auf der Kippe und mit ihnen Arbeitsplätze und viel Geld. Arbeiter müssen in Kurzarbeit, kleinere Unternehmen kämpfen ums wirtschaftliche Überleben.

Solarbranche will Strafzahlungen vermeiden

Der Grund, neben teuren Verzögerungen: Viele Projektierer errichten ihre Solarparks im Rahmen von Auktionen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) und erhalten eine garantierte Förderung. Aber nur, falls sie innerhalb einer bestimmten Frist die Anlagen bauen, in der Regel 24 Monate. Tun sie das nicht, fallen Strafzahlungen an. „Wir hoffen, dass der Gesetzgeber hier schnell für Abhilfe sorgen wird“, so Körnig.

Der Branchenverband hat gleich mehrere Probleme durch die Corona-Pandemie ausgemacht: längere Lieferzeiten für Solarmodule, die zu 60 Prozent aus China stammen, Personalengpässe im Handwerk und bei Bauämtern. Bereits Ende Februar hatten Experten vor einem Einbruch der deutschen und europäischen Solarbranche infolge des Corona-Virus in China gewarnt.

Wirtschaftsministerium prüft längere Fristen

Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium denkt derweil über eine Fristverlängerung für neue Solar- und Windparks nach. Dafür müsste der Bundestag aber das EEG ändern und das dauert einige Monate. „Wir werden im Zuge der anstehenden EEG-Novelle prüfen, ob die Auswirkungen der Coronakrise Änderungen an der Realisierungsfrist für EEG-Projekte erforderlich machen“, zitiert der Branchendienst energate messenger das Ministerium.

Über die angesprochene EEG-Novelle streitet sich die Koalition bereits seit Monaten. Besonders der Wirtschaftsflügel der Union drängt auf mehr Hürden für neue Windparks und stemmt sich gegen die Abschaffung des sogenannten Solardeckels, mit dem die Förderung von Solaranlagen eingeschränkt wird. Bereits im Frühjahr oder Sommer droht der Solarenergie das Förder-Aus und auch der Ausbau der Windenergie ist bereits eingebrochen. cw