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New York bewahrt seine Atomkraftwerke vor der Pleite

Obwohl die Erneuerbaren Energien in New York in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden, sollen Subventionen in Milliardenhöhe die Kernkraftwerke künstlich am Leben halten. Die CO2-Emissionen sollen um jeden Preis reduziert werden. (Foto: © Peter
Obwohl die Erneuerbaren Energien in New York in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden, sollen Subventionen in Milliardenhöhe die Kernkraftwerke künstlich am Leben halten. Die CO2-Emissionen sollen um jeden Preis reduziert werden. (Foto: © Peter McConnochie, flickr.com/photos/dougliz/16555879314, CC BY-ND 2.0)

Obwohl die Erneuerbaren Energien in New York in den nächsten Jahren massiv ausgebaut werden, sollen Subventionen in Milliardenhöhe die Kernkraftwerke künstlich am Leben halten. Bis 2030 will die Stadt ihre CO2-Emissionen um 40 Prozent reduzieren.

16.08.2016 – Es ist kurios, was die Public Service Commission (PSC) von New York in den letzten Tagen verkündet hat. Im Zuge des Clean Energy Standard soll auf der einen Seite der Einsatz von Erneuerbaren Energien bis 2030 verdoppelt werden. Auf der anderen Seite wird den angeschlagenen Kernkraftwerken mit Subventionen in Milliardenhöhe kräftig unter die Arme gegriffen. Unterstützt vom Gouverneur Andrew Cuomo handelt es sich damit um die bisher größte Rettungsaktion der Atomindustrie. Aufgrund niedriger Preise von Gaskraftwerken hatten viele Anbieter in den USA angekündigt, ihre Anlagen schließen zu müssen.

Bis 2030 soll der Betrieb von drei der vier Atomkraftwerke in New York mit etwa 500 Millionen US-Dollar pro Jahr subventioniert werden, berichtet die New York Times. Bezahlt wird dies mit etwa zwei US-Dollar pro Haushalt im Monat von den Stromkunden. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, die laut der PSC bis 2030 immerhin 50 Prozent der gesamten Stromerzeugung ausmachen sollen, trägt auch die Kernenergie zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen bei. Gemessen am Referenzjahr 1990 sollen die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2030 und 80 Prozent bis zum Jahr 2050 sinken.

Reduzierung der CO2-Emissionen um jeden Preis

Im Februar dieses Jahres wurden alarmierend hohe Strahlungswerte bei Grundwassermessungen nahe New York festgestellt. Das Atomkraftwerk Indian Point deckt mit seinen zwei aktiven Druckwasserreaktoren zwar rund 25 Prozent des Strombedarfs der US-Metropole ab, gelangte allerdings in den vergangenen Jahren wegen unterschiedlicher Störfälle andauernd in die Medien. So flossen vor einigen Monaten im Zuge von Wartungsarbeiten große Mengen an verseuchtem Wasser in das Grundwasser, wodurch die Werte für Radioaktivität um das 650-fache erhöht waren.

Mit dem rund fünf Milliarden US-Dollar schweren Förderprogramm Clean Energy Fund, wollte der Bundesstaat New York bereits Anfang des Jahres die Energiewende, den Klimaschutz sowie die Energieeffizienz vorantreiben. Die nun beschlossenen Subventionen für die Anbieter von Atomenergie werden sich bis zum Jahr 2030 wahrscheinlich auf über 7,5 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Kosten der Endlagerung des Atommülls werden allerdings auch noch weit über die Laufzeit der AKWs hinaus anfallen. jk

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