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Holzbau ist klimaschonender als Standardbau

Das Gemeindezentrum Ludesch ist ein rundum ökologischer Bau, mit schöner Holzarchitektur und Solarenergie. (Foto: © sunways)
Das Gemeindezentrum Ludesch ist ein rundum ökologischer Bau, mit schöner Holzarchitektur und Solarenergie. (Foto: © sunways)

Eine neue Studie hat berechnet, dass Holzbau in vier von fünf Fällen gleich teuer oder sogar günstiger als Standard-Bauweise ist und dabei auch noch CO2 einspart. Bürokratische Hürden verteuern jedoch den Holzbau und machen es Planern nicht leicht.

16.05.2015 – Der Architekt und Software-Entwickler Holger König stellte in einer öffentlich geförderten Studie die Baukosten und die CO2-Bilanz von fünf öffentlichen und privaten Holzgebäuden den Kosten gegenüber, die durch eine konventionelle Bauweise entstanden wäre. Fazit der Studie: Vier von fünf Gebäuden in Holzbauweise kosteten weniger oder gleich viel im Vergleich zur Standardbauweise. Die folgenden fünf Gebäude wurden untersucht und berechnet: Lebenshilfe Lindenberg, Finanzamt Garmisch-Partenkirchen, Gemeindezentrum Ludesch, Mehrfamilienhaus Samer Mösl in Salzburg und Campus Kuchl, FH Salzburg.

„Der hohe Vorfertigungsgrad im Holzbau verringert die Bauzeiten ganz erheblich und ermöglicht im Vergleich zu anderen Bauweisen witterungsunabhängigeres Arbeiten auf der Baustelle“, erläutert Denny Ohnesorge von der Initiative HolzProKlima das positive Ergebnis: „Das spart Baukosten und reduziert Störungen durch Baumaßnahmen im öffentlichen Raum.“ Hinzu kämen technologische Weiterentwicklung zum Beispiel bei Verbindungsmitteln sowie die Standardisierung: „Neue Verankerungs- und Klebesysteme haben den Markt revolutioniert und ermöglichen sogar den Bau von Hochhäusern aus Holz, wie Beispiele aus Schweden und Österreich zeigen", so Ohnesorge.

Für seine Studie hat Holger König viel Aufwand betrieben: Er modellierte die Gebäude nach und ersetzte die Holzbauteile durch konventionelle Materialien. Das Mauerwerk zum Beispiel durch Ziegel oder Kalksandstein. Tragkonstruktionen, Bodendecke, Keller, Decken und Flachdächer aus Stahlbeton. Für die Dämmung wählte er Mineralwolle oder Polystyrol. Fensterrahmen waren aus Kunststoff oder Aluminium. Anschließend betrachtete er mit einer speziellen Bau-Software die Herstellungskosten, setzte sie zu den CO2-Einsparungen in Beziehung und kam so auf die sogenannten „CO2-Vermeidungskosten der Holzbauweise“.

Die Hürden bei der Holzbauweise liegen nicht bei den Kosten – die Beispielrechnungen zeigen, dass die Baukosten beim Bauen mit Holz mit anderen Bauweisen vergleichbar oder günstiger sind – was die Holzbauweise im Einzelfall teurer machen kann und Planern das Leben schwer seien ordnungsrechtliche Hemmnisse und eine überbordende Bürokratie beim Bauen mit Holz.

Um die Hürden beim Bauen mit Holz abzubauen, müssten Landesregierungen ihre Landesbauverordnungen und der Bund seine Musterbauordnung novellieren und dem Stand der Technik und Wissenschaft anpassen, fordern viele Planer. Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg hat immerhin bereits zum 1. März 2015 das Bauen mit dem Baustoff Holz deutlich erleichtert. na


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