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Seehofers Erdkabel kosten Milliarden

Stromtrassen wie diese sind deutlich günstiger als Erdkabel. (Bild: © Uwe Schlick/ pixelio.de)
Stromtrassen wie diese sind deutlich günstiger als Erdkabel. (Bild: © Uwe Schlick/ pixelio.de)

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer blockierte immer wieder vehement den Bau neuer Stromtrassen in Bayern, deswegen sollen vorrangig Erdkabel verbaut werden. Doch die kosten etliche Milliarden zusätzlich, und die müssen die Stromkunden zahlen.

06.10.2015 – Der Vorrang für Erdkabel beim Bau der großen Stromtrassen, den die Bundesregierung Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) zugestanden hat, wird Milliarden kosten. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mit. Die zusätzlichen Kosten für die Erdverkabelung von Gleichstromtrassen betragen demnach zwischen drei und acht Milliarden Euro und müssen von den Stromkunden über die Netzentgelte bezahlt werden.

Anfang Juli hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach langem und heftigem Streit über neue Stromtrassen geeinigt. Gabriel kündigte als Reaktion auf die Widerstände an, die sogenannte Süd-Ost-Trasse weitgehend entlang bereits bestehender Leitungen zu errichten. Auf der restlichen Strecke sollen die Kabel zudem, wenn möglich, unterirdisch verbaut werden.

Seehofer hatte in der Vergangenheit wiederholt angekündigt, einen Bau der Stromtrasse durch Bayern verhindern zu wollen. Er stellt die Notwendigkeit des Baus in der geplanten Form grundsätzlich in Frage und erntete dafür viel Kritik von Seiten der anderen Bundesländer. Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) wollte die geplante Stromtrasse SuedLink in westliche Richtung verschieben, so dass sie nicht durch den Freistaat sondern stattdessen größtenteils durch Hessen und Baden-Württemberg geführt hätte. Das berichtete die „Rundschau“ des Bayerischen Fernsehens unter Berufung auf eine Stellungnahme des bayerischen Wirtschaftsministeriums zu einem Entwurf der Bundesnetzagentur. Aigner argumentierte, Unterfranken solle nicht zur „nationalen Stromdrehscheibe“ werden.

Die neuen Stromtrassen sollen unter anderem Windstrom aus Norddeutschland in südliche Richtung transportieren. In Bayern gehen in den kommenden Jahren Atomkraftwerke vom Netz, gleichzeitig ist der Widerstand gegen neue Windkraftanlagen hoch. Durch einen stärkeren dezentralen Ausbau regenerativer Energien jedoch  könnte der Freistaat sich vermehrt selbst versorgen und wäre weniger auf Strom aus fernen Bundesländern angewiesen. Der Bedarf an neuen Leitungen, die Windstrom von der Nordsee nach Bayern transportieren, würde so sinken. rr


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Kommentare

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Rudolf Koenig 07.10.2015, 07:05:05

+137 Gut Antworten

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

bitte berichten Sie ausgewogen und NEUTRAL. Es sind auch Gabriels Erdkabel. Die Sozialdemokarten wollen ebenfalls Milliarden im deutschen Boden vergraben.

Warum berichten Sie nicht über die dezentrale Energiewende Es gibt wenige, aber es gibt Projekte. Warum arbeiten Sie nicht mit aktiver Lobbyarbeit für dieses Ziel?

Zeigen Sie den "anderen" wie es besser geht. Als Nein Sager werden Sie keine Chance haben.

Freundliche Grüße

Rudolf Koenig


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