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Im Berliner Möckernkiez fließt bald Mieterstrom

Auf zwei Dächern des Berliner Quartiers Möckernkiez wurden vor kurzem Photovoltaikmodule auf Stahlunterkonstruktionen montiert – drei kleinere Anlagen werden bald folgen. (Foto: Agentur für Erneuerbare Energien, P. Langrock)
Auf zwei Dächern des Berliner Quartiers Möckernkiez wurden vor kurzem Photovoltaikmodule auf Stahlunterkonstruktionen montiert – drei kleinere Anlagen werden bald folgen. (Foto: Agentur für Erneuerbare Energien, P. Langrock)

Die ersten Baugenossen haben im Berliner Möckernkiez bereits Quartier bezogen, jetzt installiert Naturstrom Photovoltaik-Anlagen auf fünf Dächern im Kiez – und legt damit den Grundstein für die ökologische Mieterstrom-Versorgung des neuen Quartiers.

05.02.2018 – Über 1.600 Stunden scheint in der Hauptstadt jährlich im Durchschnitt die Sonne, da lohnt es sich, solare Energie zu nutzen. Im Möckernkiez in Berlin-Kreuzberg sind die ersten Bewohner eingezogen und warten nun noch auf eigenen Ökostrom: Den liefert der Öko-Energieversorger NATURSTROM AG mit PV-Anlagen. Der Mix aus hausgemachtem Strom und Ökostrom aus dem Netz ist einer der zentralen Bausteine der nachhaltigen Strom- und Wärmeversorgung im Quartier.

Auf zwei Dächern des Kiezes wurden vor kurzem Photovoltaikmodule auf Stahlunterkonstruktionen montiert – drei kleinere Anlagen werden bald folgen. „Wir verbauen Paneele auf insgesamt fünf Dächern und legen damit den Grundstein für eine dezentrale Stromversorgung im Möckernkiez“, sagt Thilo Jungkunz, Leiter des Bereiches Dezentrale Energieversorgung bei NATURSTROM. Ein großer Teil der so gewonnenen Energie kann bald unmittelbar verbraucht werden. Wenn alle der neuen, modernen 470 Wohnungen auf dem 30.000 Quadratmeter großen Areal belegt sind, werden im Möckernkiez 1.000 Menschen in insgesamt 14 Häusern leben – gemeinschaftlich, generationenübergreifend und ökologisch. Mit Kosten von 130 Millionen Euro ist es das größte Bauprojekt einer privat organisierten Genossenschaft in Deutschland.

Ökologie trifft Äshtetik

„Zu dem ökologischen kommt bei den ersten Häusern der gestalterische Aspekt“, erzählt Thilo Jungkunz. „Zwei Solar-Anlagen wurden von den Architekten des Möckernkiez von Anfang an mitgeplant. Mit ihren zacken- und wellenartigen Formen schmiegen sie sich an das Haus an und zeigen, wie gut anspruchsvolles Wohnen und Sonnenstrom auch optisch miteinander harmonieren können.“ Einfach war das nicht, denn die Entwürfe der Architekten entstanden vor fünf Jahren. Seitdem haben sich Vorschriften und Anforderungen substantiell verändert. „Zunächst war nicht klar, ob sich die Ideen von damals überhaupt noch realisieren lassen. Unser Projektteam hat sich dafür eingesetzt, es zu versuchen – und Alternativlösungen erarbeitet, mit denen auch die Architekten leben können“, sagt Jungkunz. Seit letztem Sommer saß sein Team an den Plänen – jetzt werden sie Schritt für Schritt Wirklichkeit.

Mieterstrom als i-Tüpfelchen für den nachhaltigen Standard

135 kWp verbaut das Team im Möckernkiez. Genug, um jährlich rund 125.000 Kilowattstunden (kWh) Strom zu produzieren. Gut die Hälfte davon wird direkt von den Bewohnern vor Ort abgenommen werden können. Der Sonnenstrom vom Dach wird dabei mit Ökostrom von NATURSTROM gemischt, um den gesamten Stromverbrauch zu decken. „Mieterstrom passt sehr gut zu unserem Projekt“, sagt Frank Nitzsche, kaufmännischer Vorstand der Möckernkiez eG, „denn ein Ziel für das gemeinschaftliche und generationenübergreifende Wohnprojekt war von Anfang an ein möglichst hoher ökologischer Standard.“ Mieterstrom ist dabei ein wichtiger Baustein. Dazu kommt eine nachhaltige Wärmeversorgung: NATURSTROM hat bereits ein Nahwärmenetz verlegt und ein Blockheizkraftwerk (BHKW) errichtet, das zu 100 Prozent mit Biogas betrieben wird. Für den Spitzenlastausgleich steht ein Gasdoppelkessel bereit.

Neben der Wärme wird das BHKW auch Strom produzieren – der wiederum Teil des Mieterstroms sein wird. Das BHKW verfügt über eine elektrische Leistung von 140 kWel und eine thermische Leistung von 215 kWth, der Spitzenlastdoppelkessel hat eine Leistung von insgesamt 1.300 kWth. „Der Betrieb des BHKW ist auf eine optimale Wärmeversorgung des Möckernkiez ausgerichtet. Den Mieterstrom, den es als Nebenprodukt erzeugt, wird es also vornehmlich abends und in der kalten Jahreszeit produzieren“, so Tim Meyer, Vorstand der NATURSTROM AG. „Da die Solaranlagen dann nicht oder nur wenig liefern, ergänzen sich Photovoltaik und BHKW auch im wärmegeführten Betrieb bestens.“ In die Planung des Konzepts hat NATURSTROM die Erfahrung aus mittlerweile mehr als 20 Mieterstrom-Projekten einfließen lassen. Der Öko-Energieversorger ist bundesweit in der Konzeption und Realisierung lokaler Energieversorgungslösungen für Unternehmen, Mietshäuser und ganze Wohnquartiere aktiv. tl


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