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Wasserkraft: Potenzial nicht ausgeschöpft

Ober- und Unterbecken des Pumpspeicherkraftwerks Limberg II in Österreich. (Bild: © Voith GmbH)
Ober- und Unterbecken des Pumpspeicherkraftwerks Limberg II in Österreich. (Bild: © Voith GmbH)

Mit 35 Prozent Anteil an den erneuerbaren Energien ist Wasserkraft die wichtigste regenerative Energiequelle Europas. Hierzulande hat sie lediglich einen Anteil von 3,6 Prozent des nationalen Stromverbrauchs – dabei könnte er viel höher ausfallen.

09.03.2015 – Global betrachtet hat die Wasserkraft eine sehr hohe Bedeutung. Nach wie vor macht sie rund 80 Prozent der weltweit erzeugten erneuerbaren Energien aus, und 2009 bezogen über 35 Länder aus ihr mehr als die Hälfte ihres Strombedarfs. Allerdings könnten diese Werte viel höher sein: Über 85 Prozent aller weltweit bereits vorhandenen Dämme werden bislang nicht zur Stromerzeugung aus Wasserkraft genutzt, obwohl dies möglich wäre.

In Europa sieht die Gesamtbilanz ähnlich aus. Mit rund 35 Prozent Anteil an den erneuerbaren Energien ist Wasserkraft die bislang wichtigste regenerative Energiequelle des Kontinents. Innerhalb der europäischen Länder genießt sie jedoch einen sehr unterschiedlichen Stellenwert und wird auch unterschiedlich stark gefördert. In Norwegen etwa werden 85 bis 115 Prozent des Strombedarfs über Wasserkraft gedeckt. Der überschüssige Strom kann sogar exportiert werden, wenn auch nicht nach Deutschland, da bislang entsprechende Kabelverbindungen fehlen. Hierzulande hat Wasserkraft lediglich einen Anteil von 3,6 Prozent des nationalen Stromverbrauchs. Eine aktuelle Expertenumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid durchgeführt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Zukunftspotenzial der Technologie auch und vor allem in Deutschland nicht voll entfalten kann.

Eine installierte Gesamtleistung von 4.400 Megawatt erzeugte 2012 in Deutschland gut 21 Milliarden Kilowattstunden Strom. „Die Potenziale der Wasserkraft sind längst nicht ausgeschöpft. Ihre  zukunftsorientierte Nutzung beinhaltet nicht nur den Einsatz modernster Technologien, sondern auch den koordinierten, länderübergreifenden Einsatz von Energiespeichern und dadurch die Stabilisierung des europäischen Stromnetzes“, sagt Heike Bergmann, Mitglied der Geschäftsführung von Voith Hydro Deutschland. Pumpspeicherkraftwerke können Schwankungen im Stromnetz, die durch den zunehmenden Einsatz von Wind- und Solarkraft entstehen, schnell ausgleichen. Sie ermöglichen die Speicherung überschüssiger Energie im Netz und somit die optimale Nutzung von Wind- und Sonnenenergie – sogar über Ländergrenzen hinweg. Zudem verfügen sie über die Schwarz-Start-Fähigkeit, die im Falle von Blackouts kurzfristig wieder Strom zum Anfahren beziehungsweise Stabilisieren des Stromnetzes zur Verfügung stellt. Auch der Wirkungsgrad eines modernen Wasserkraftwerks ist mit 90 Prozent äußerst hoch.

Bezogen auf Europa, sind nur 45 Prozent aller von dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragten Experten der Ansicht, dass die Politik die Wasserkraft nicht ausreichend fördert. In Bezug auf Deutschland sehen hier allerdings mit 63 Prozent der Befragten deutlich mehr Personen ein Defizit. Hierzulande gibt es rund 50.000 Staudämme oder -wehre, von denen nur 7.000 mit Wasserkraftanlagen ausgerüstet sind. Mithilfe von Kompaktturbinen könnten bereits existierende Dämme und Wehre zur Strom­erzeugung genutzt werden. Auch die Moderni­sierung bestehender Wasserkraftwerke birgt Potenzial, da diese mit einer signifikanten Leistungsverbesserung einhergeht.  rr


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Peter 09.03.2015, 08:38:20

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