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FebruarWindräder liefern Stromrekord, Braunkohle historisch niedrig

Ein Windpark vor Braunkohlekraftwerk in der Lausitz.
Ein Windpark vor Braunkohlekraftwerk in der Lausitz. (Foto: Peter R. auf Pixabay )

46 Prozent der deutschen Stromerzeugung im Februar lieferten Windräder – und verdrängten Braunkohlekraftwerke, die dadurch fünf Millionen Tonnen weniger CO2 ausstießen. Gleichzeitig warnen Experten, Deutschland werde sein Ökostromziel verfehlen.

03.03.2020 – Kerstin Andreae, seit einigen Monaten Geschäftsführerin des größten deutschen Energieverbandes BDEW, brachte die Gefühlslage vieler in der Energiebranche auf den Punkt: „Die Windkraftanlagen haben im Februar so viel Strom erzeugt wie zwei Kernkraftwerke im ganzen Jahr. Das ist sehr erfreulich“, sagte sie. Um gleich nachzulegen: Die neuen Windstrom-Rekordzahlen stünden „im scharfen Kontrast zur dramatischen Situation beim weiteren Ausbau sowohl von Wind- als auch Solaranlagen“. Ihr Fazit: Ändert die Bundesregierung nicht endlich ihre Energiepolitik „werden wir das 65-Prozent-Ziel im Jahr 2030 krachend verfehlen“.

Damit meint sie das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 einen Anteil von mindestens 65 Prozent Ökostrom im Strommix zu erreichen. Derzeit sind 40 Prozent erreicht und trotz neuer Rekorde bei der Erzeugung von Wind- und Solarstrom, reicht das vorne und hinten nicht. Denn neue Windräder werden nur noch wenige gebaut, dank vieler Probleme, die Experten schon vor Jahren voraussagten und einer Bundesregierung, die nicht handelte. Noch immer hängt sie in internen Streitereien fest und blockiert eine Lösung.

Das verärgert nicht nur die Branche der Erneuerbaren Energien, sondern zunehmend den mächtigen BDEW, in dem die großen Energiekonzerne und Stadtwerke das Sagen haben. Bis zu 50.000 Arbeitsplätze sind in den vergangenen Jahren in der Windindustrie verloren gegangen.

Braunkohle auf niedrigstem Stand

Immerhin liefern die bereits gebauten Windparks so viel Strom wie nie. Bereits im Januar erzeugten sie deutlich mehr Strom als im vergangenen Jahr, der Februar 2020 brachte mit 20,9 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) nun einen neuen Rekord. Davon entfielen 17,9 Mrd. kWh auf Windkraftanlagen an Land, Meereswindparks steuerten 3,0 Mrd. kWh bei. Das zeigen Berechnungen des BDEW und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Grund für das außerordentliche Windaufkommen im Februar waren die Sturmtiefs Sabine, Victoria und Yulia.

Auch die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg meldeten neue Rekorde: Erstmals erreichten Ökostromanlagen in einem Monat einen Anteil von über 60 Prozent an der Nettostromerzeugung, genauer gesagt 61,2 Prozent. Gleichzeitig war der Anteil der Braunkohle mit nur 11 Prozent so niedrig wie nie, schrieb Prof. Bruno Burger auf Twitter. „Dadurch wurden mehr als 5 Mio. Tonnen CO2 eingespart.“ cw