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G7-Staaten: Klimawandel ist Sicherheitsgefahr

In Mali haben die Auswirkungen des Klimawandels bereits zu Rebellion und Krieg geführt. (Foto: © Curt Carnemark / World Bank)
In Mali haben die Auswirkungen des Klimawandels bereits zu Rebellion und Krieg geführt. (Foto: © Curt Carnemark / World Bank)

Der Klimawandel bedroht die weltweite Sicherheit und hat starke Auswirkungen auf die Stabilität und Verletzbarkeit von Staaten, der Kampf um Ressourcen wird zunehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie für das Treffen der G7-Außenminister in Lübeck.

15.04.2015 – Seit Dienstag tagen die Außenminister der G7-Staaten in Lübeck, auf der Tagesordnung steht dabei auch der Klimawandel. Denn eine von den größten sieben Industriestaaten in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Schluss, dass die globale Erwärmung die weltweite Sicherheit im 21. Jahrhundert bedroht. Der Klimawandel werde „erhebliche Wirkungen auf die Stabilität und Verletzbarkeit von Staaten und Gesellschaften haben“, heißt es in einem Entwurf wie Zeit Online berichtet.

Demnach sind selbst scheinbar stabile Staaten gefährdet, die durch die Erderwärmung verursachten Sicherheitsprobleme und Risiken betreffen „mehr Staaten als nur jene, die ohnehin als fragil gelten“. Die Bedrohung ist der Studie zufolge nicht mehr abzuwenden, auch nicht durch die Weltklimakonferenz in Paris Ende des Jahres. Die Studie wurde u.a. vom Berliner Politik- und Strategieberatungsinstitut adelphi und dem Washingtoner Wilson Center angefertigt.

Mali als warnendes Beispiel

Acht Risikofelder werden dabei identifiziert, die aus den Folgen des Klimawandels entstehen. Eines der wichtigsten ist dabei der Zugang und die Verteilung von Wasser und fruchtbarem Land, aber auch der weiter ansteigende Meeresspiegel und die Häufung von Wetterextremen. Der Kampf um Wasser und Rohstoffe kann laut der Studie in Zukunft vermehrt zu Gewalt und sogar Bürgerkriegen führen.

Als  Beispiel führen die Autoren der Studie die Auseinandersetzungen in Mali auf. Durch den Klimawandel verstärkte Dürreperioden ließen die Wasservorkommen in dem afrikanischen Land austrocknen, der Viehbestand wurde größtenteils  vernichtet und vor allem die jungen Bewohner flohen. Die schwache ökonomische und ökologische Lage, eine wenig durchsetzungsstarke Regierung, Terrorismus und Kriminalität führten zu Rebellion und Krisen. 2012 musste eine internationale Militärintervention unter Führung Frankreichs al-Qaida und deren verbündeten Tuareg-Rebellen zurückdrängen.

Verteilungskämpfe in der Arktis

Auch in der Arktis werden der zunehmende Klimawandel und die schmelzenden Eismassen zu einem harten Wettbewerb führen. Bereits seit Jahren liegen die Anrainer Russland, Dänemark (Grönland), Norwegen, Kanada und die USA im Streit, um Anrechte auf große Flächen der arktischen Region. Hintergrund sind die vermuteten Rohstoffvorkommen unter dem Polarmeer und die Kontrolle neuer Schifffahrtsrouten.

Die Studie empfiehlt eine „neue globale Allianz“ gegen die Gefahren und Sicherheitsrisiken des Klimawandels. Bestehende Initiativen aus den Bereichen Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit und Verteidigungspolitik müssten gebündelt werden. Denn eine schnelle Abhilfe gegen die Auswirkungen der globalen Erwärmung gebe es nicht. cw


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