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Daimler legt Grundstein für zweite Batteriefabrik

Computergeneriertes Luftbild der neuen Anlage im sächsischen Ort Kamenz. (Foto: <a href="http://media.daimler.com/marsMediaSite/en/instance/ko.xhtml?oid=14184860&ls=L2VuL2luc3RhbmNlL2tvLnhodG1sP29pZD0xNDE4NzQ5NiZyZWxJZD02MDgyOSZmcm9tT2lkPTE0MTg3NDk2JmJvc
Computergeneriertes Luftbild der neuen Anlage im sächsischen Ort Kamenz. (Foto: Bild © Daimler)

Um Lithium-Ionen-Batterien schon bald in die ganze Welt ausliefern zu können, baut Daimler im sächsischen Kamenz eine neue Batteriefabrik. Doch die Batteriezellen werden nach wie vor aus Asien importiert – eine eigene Fertigung ist nicht in Sicht.

27.05.2017 – Die neue Fabrik des deutschen Autobauers in der Lausitz ist Bestandteil der hundertprozentigen Daimlertocher Accumotive. Es ist bereits die Zweite am Standort und soll nach ihrer Fertigstellung die Versorgung der eigenen E-Modelle mit Batteriesystemen übernehmen. Die Pläne sind ambitioniert: Bis 2022 plant der Konzern, mehr als zehn Stromer in sein Portfolio aufzunehmen. Um sicherzustellen, dass dies gelingt, investiert Daimler jährlich rund eine Milliarde Euro in ein globales Produktionsnetz für die Batterieproduktion. Die Anlage in Kamenz soll dann als Kompetenzzentrum für dieses Netz dienen.

„Im Zentrum unserer Strategie steht das emissionsfreie Fahren“, erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche jüngst in Berlin. Das Unternehmen sieht demnach in Elektroautos seine Zukunft. Deshalb soll vor allem die Produktion von neuen, effizienteren Batteriesystemen vorangetrieben werden, um sich in dem immer stärker umkämpften E-Mobilitätsmarkt eine stabile Position zu sichern. Diese können auch alternativ genutzt werden, um in Privathaushalten den erzeugten Strom aus hauseigenen PV-Anlagen zwischen zu speichern oder das Stromnetz zu stabilisieren.

Akkus aus Asien

Trotz prognostizierter Preiseinbrüche für Elektroautos könnte es für Daimlers neues Vorhaben jedoch schwieriger werden als geplant. Denn Batteriesysteme sind noch immer der größte einzelne Kostenfaktor eines Stromers – und Accumotive kann in Kamenz nicht jedes Einzelteil davon selbst fertigen. Zumindest noch nicht. Auch zukünftig werden die Lithium-Ionen-Zellen für die Akkus deshalb aus Asien importiert.

Derzeit machen die europäischen Autokonzerne wenig Anstalten, die Zellen selbst zu produzieren. Das schlägt sich wiederum auf die Kostenbilanz des Endprodukts nieder und könnte einen Teil der möglichen Profite wieder zunichtemachen. Um die Fertigung nachhaltigerer Fahrzeuge selbst klimafreundlich gestalten zu können, wird das neue Werk CO2-neutral produzieren. Eine PV-Anlage in Kombination mit Batteriespeichern sowie einem Blockheizkraftwerk wird den Energiebedarf der Fabrik decken.

Verdacht auf Betrug

Doch bevor sich Daimler vollständig seiner neuen Ausrichtung widmen kann, muss die Konzernspitze noch einige Stolpersteine aus dem Weg räumen: Im Zusammenhang mit der Dieselabgasaffäre haben etwa 230 Polizisten und 23 Staatsanwälte am Dienstag in einer Großaktion die Unternehmenszentrale in Stuttgart durchsucht. Der deutsche Staat ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug und „strafbare Werbung“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Auch in den USA stand Daimler deshalb bis vor kurzem vor Gericht. Kunden hatten sich durch die manipulierten Abgaswerte betrogen gefühlt und geklagt. Zwar wurde die Klage abgewiesen, jedoch vielmehr aus formalen Gründen. Es ist wahrscheinlich, dass Daimler sich in Zukunft erneut verantworten muss. bm


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Kommentare

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Eitel Heck 27.05.2017, 09:24:54

+189 Gut Antworten

Bei der Bewertung der CO2-Emission bei erneuerbaren Energien muss die Rohstoffkette bewertet werden. Die Rohstoffkette zur Herstellung von Windkraft- und Solaranlagen erfordert Technologien mit riesiger CO2-Emission.

-Roheisenherstellung im Hochofen aus Eisenerz, Steinkohlenkoks u.a.

-Stahlherstellung für Windkrafttürme

-Betonherstellung für Windkrafttürme(5% der weltweiten CO2-Emission durch Beton),

-Rohsiliziumherstellung aus Quarzsand, Steinkohlenkoks u.a.

(Ausgangsprodukt für Solaranlagen)

Ähnlich ist die Situation bei E-Autos mit Lithium-Ionen- Batterien.

Die Förderung der weltweit größten Lithiumvorkommen in einer Wüstenregion Chiles ist umweltbelastend und erfordert große Mengen Wasser, das zur Versorgung der Bevölkerung nicht reicht.

Die Lithiumförderung in Deutschland und Österreich soll begonnen werden.Das Lithium ist jedoch tief in der Erde eingeschlossen im Pegmatit, also im erkalteten Magma.

Die Förderung ist kompliziert und teuer. Bei einer Motorenleistung der E-Autos von 70kW werden 63 kg Kupfer benötigt.Bei der angestrebten Produktion von 1,0 Millionen E-Autos beträgt die Kupfermenge 63.000 Tonnen Kupfer.

Die Herstellung von Kupfer ist extrem energieaufwendig und umweltbelastend( SO2, CO2 und andere Emissionen).

Interessant sind deshalb die in diesem Portal vorgestellten E-Autos mit neuentwickelten Batterien.

-E-Auto Sion mit Solarbatterie, Reichweite 250 km,

-E-Auto Quantino mit Flüssigkeitbatterie, Reichweite 1.000km,

-E-Auto mit Flashbattery-Technologie, Reichweite 480 km,


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