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StromproduktionErneuerbare Energien überholen in den USA erstmals die Kohle

Viele Windräder im Vorder- und Hintergrund. Ganz hinten geht gerade die Sonne auf.
Wie hier in Kalifornien, erlebt die Windkraft in den USA einen immensen Aufschwung. (Foto: pxhere, CC0 Public Domain)

Regenerative Energie erzeugt in den USA erstmals mehr Strom als Kohlekraftwerke. Vor allem Windkraft und Solarenergie erleben einen Aufschwung, während Kohlekapazitäten massiv abgebaut werden. Strom aus Gas hingegen stagniert auf hohem Niveau.

01.07.2019 – Während die Erzeugung von Strom aus Kohlekraft im Vergleich zum Vorjahr um 18,1 Prozent abnahm, erfuhren insbesondere Windenergie und Solarkraft einen signifikanten Aufschwung. Laut Daten der U.S. Energy Information Administration verzeichnete die Solarenergie im April 2019 ein Plus von 11,2 Prozent im Vergleich zum April 2018. Die Windkraft kam sogar auf ein Plus von 12,8 Prozent. Gemeinsam mit anderen regenerativen Energieträgern wie der Wasserkraft trugen diese zu 23 Prozent zur landesweiten Stromversorgung bei. Die Kohleverstromung hingegen war im April nur noch für 20 Prozent der Stromversorgung zuständig.

Dahinter steckt vor allem der massive Abbau von Kohlekapazitäten. 2018 schalteten die US-Staaten 45 Kraftwerksblöcke ab – das entspricht 18 Gigawatt. Damit waren die Vereinigten Staaten für mehr als die Hälfte der weltweit abgeschalteten Kohlekapazitäten verantwortlich. Es greifen einfache Marktmechanismen, die die alten Kohlekraftwerke immer unrentabler machen im Vergleich zu regenerativen Energien und Gas.

Doch nun hat die US-Umweltbehörde EPA Regulierungen für Kohlekraftwerke aus der Regierungszeit von Präsident Barack Obama zurückgenommen. Der neue EPA-Chef Andrew Wheeler, ein ehemaliger Lobbyist der Kohlebranche, erwartet nun das wieder neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen. Umweltschützer schlagen jedoch Alarm und bereiten in einigen Staaten bereits Klagen gegen die Neuregelung vor, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.    

Neben der Kohle fördern Trump und die EPA jedoch auch andere fossile Energieträger. So erlebte Gas in den letzten Jahren zunächst einen kräftigen Aufschwung, welches vor allem Mittels der umweltschädlichen Fracking-Technologie gefördert wird. So war Gas im April 2019 für 34,88 Prozent der landesweiten Stromversorgung verantwortlich. Gemeinsam mit dem erhöhten Energiebedarf im Gebäudebereich sowie den Emissionen im Industriesektor, führte auch der hohe Anteil von Gas in der Stromproduktion zu einem steigenden CO2-Ausstoß in den USA 2018.

Doch während Wind- und Solarenergie im Vergleich zum Vorjahr einen zweistelligen prozentualen Zuwachs verzeichneten, nahm die Stromerzeugung aus Gas gerade einmal um 3,5 Prozent zu. Selbst unter einer Trump-Administration, die sich die Förderung fossiler Energien auf die Fahnen schreibt, scheinen sich die Marktmechanismen verstärkt in Richtung Erneuerbare Energien zu bewegen. Sollten die Demokraten 2020 die nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnen, könnte sich dieser Prozess noch einmal beschleunigen. Denn viele der demokratischen Kandidaten sehen Billionen schwere Investitionen in den Klimaschutz vor.