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Europäer wollen angeblich weniger verschwenden

Wohin mit dem vielen Müll? – Die Europäer sind zwar für Mülltrennung und Recycling und wollen keine Plastikreste im Meer, konsumieren aber weiterhin fleißig Plastikverpackungen und vieles andere mehr. Plastik-Nanopartikel gelangen dann über die ma
Wohin mit dem vielen Müll? – Die Europäer sind zwar für Mülltrennung und Recycling und wollen keine Plastikreste im Meer, konsumieren aber weiterhin fleißig Plastikverpackungen und vieles andere mehr. Plastik-Nanopartikel gelangen dann über die marine Nahrungskette wieder in unseren Körper (Foto: © Florentine /Pixelio)

80 Prozent der Europäer sind laut einer aktuellen Umfrage der EU der Meinung, dass in ihrem Land zu viel Abfall erzeugt wird. Dabei sieht ein Großteil der Bürger v. a. in der Abfallwirtschaft und in der Industrie Möglichkeiten zur Ressourcenoptimierung, aber auch in der eigenen Abfallprävention.

02.07.2014 – Die Erhebung zur Einstellung der Europäer zur Abfallbewirtschaftung und Ressourceneffizienz (Attitudes of Europeans towards Waste Management and Resource Efficiency) hat ergeben, dass 96 Prozent der Befragten es für wichtig halten, dass Europa seine Ressourcen effizienter nutzt; 68 Prozent halten dies sogar für sehr wichtig. In der EU trennen bislang neun von zehn Befragten Papier/Pappe/Getränkekartons, Kunststoffe und Glas zumindest gelegentlich, während drei Viertel gefährliche Haushaltsabfälle, Metalldosen, Elektroabfälle und Küchenabfälle trennen. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten mit Ergebnissen von 99 Prozent (für Papier in Österreich) bis zu 28 Prozent (für gefährliche Abfälle in Rumänien).

Das Thema Abfall berührt ganz eindeutig einen wunden Punkt: Die Europäer wollen weniger verschwenden, und sie bemühen sich auch, entsprechend zu handeln. Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist daher ein logischer Schritt. Die Motivation für mehr Recycling ist schon da: jetzt müssen wir die Mechanismen bereitstellen, um es möglich zu machen“, sagt EU-Umweltkommissar Janez Potočnik dazu.

Auf die Frage, wie mehr Recycling gefördert werden könnte, antworteten 71 Prozent der Befragten, die Gewissheit, dass ihr Abfall wirksam recycelt wird, würde sie motivieren, mehr Abfall zu trennen. Ein Großteil der Befragten befürwortet mehr und bessere Recycling- und Kompostierungseinrichtungen in ihrer Nähe, finanzielle Anreize und praktischere Systeme für die Mülltrennung zu Hause.

Acht von zehn Bürgern erklären, dass sie Lebensmittelabfälle und andere Arten von Abfällen vermeiden, indem sie nur das kaufen, was sie brauchen, und drei von vier Befragten versuchen, defekte Geräte reparieren zu lassen, bevor sie neue kaufen. Zwei von drei Befragten spenden oder verkaufen Produkte zur Weiterverwendung, und etwa sechs von zehn vermeiden übermäßig verpackte Produkte, verwenden aufladbare Batterien oder trinken Leitungswasser, um Verpackungsabfälle zu vermeiden.

Bei der Frage nach Kunststoffabfällen stimmen 96 Prozent der Befragten zu, dass die Industrie mehr tun müsse, um Kunststoffabfälle zu reduzieren und mehr Kunststoffe zu recyceln. 94 Prozent wollen besser darüber informiert werden, welche Kunststoffe recycelbar sind, 93 Prozent sind der Meinung, dass keine nicht recycelbaren Kunststoffe mehr hergestellt und stattdessen recycelbare Materialien verwendet werden sollten, und 92 Prozent sind der Auffassung, dass die Verwendung von Wegwerfprodukten aus Kunststoff reduziert werden sollte.

Der Konsum von in Plastik verpackten Produkten und Elektronikgeräten aus Kunststoff ist allerdings steigend und auch Plastiktüten werden nicht weniger. An dieser Stelle könnte der Verbraucher tatsächlich regulierend eingreifen, was bislang aber praktisch kaum funktioniert. Zwar kommen immer mehr wiederverwendbare Einkaufstaschen zum Einsatz, doch die einzelnen Produkte wie etwa Obst und Gemüse und andere Frischwaren landen dann doch wieder einzeln verpackt in vielen kleinen Plastiktüten. Eigenes Verpackungsmaterial mitzubringen ist sogar häufig verboten. In Berlin versucht sich nun ein Supermarkt, der ohne Verpackungsmüll auskommen will.

Die große Mehrheit der Befragten würde die Festlegung einer Zielvorgabe auf EU-Ebene für die Reduzierung der Abfallmenge, die in die Ozeane gelangt, befürworten. Mindestens neun von zehn Personen in fast allen Mitgliedstaaten erklären, dass sie EU-Zielvorgaben für Abfälle im Meer unterstützen würden; eine Ausnahme bilden die Niederlande, wo ein Zehntel der Befragten eine solche Zielvorgabe ablehnen würden. Am höchsten ist die Unterstützung für eine Zielvorgabe auf EU-Ebene in Malta, Portugal, Kroatien und Spanien.

Die Erhebung wurde im Dezember 2013 vom TNS Political & Social Network in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführt. Die aktuellen Ergebnisse stehen weitgehend im Einklang mit der Agenda für Ressourceneffizienz, die im Rahmen der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum aufgestellt wurde. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage „Attitudes of Europeans towards Waste Management and Resource Efficiency – Flash Eurobarometer 388“ sind hier zu finden. na


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