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Obamas Klimaschutzplan könnte Fracking-Boom bremsen

Die Förderung von Schiefergas mithilfe von Fracking hat in den USA seit 2010 einen regelrechten Boom erlebt. (Grafik: US Energy Information Administration, public domain)
Die Förderung von Schiefergas mithilfe von Fracking hat in den USA seit 2010 einen regelrechten Boom erlebt. (Grafik: US Energy Information Administration, public domain)

Der Clean Power Plan von US-Präsident Obama könnte auch die Fracking-Industrie in den USA treffen und den Boom der unkonventionellen Gasförderung abbremsen. Denn neben strengen CO2-Grenzen soll vor allem der schnelle Ausbau der Erneuerbaren erfolgen.

06.08.2015 – Auf den ersten Blick erscheinen die Aussichten für Schiefergas, also unkonventionelles und meist durch Fracking gewonnenes Gas, rosig. Durch den Clean Power Plan von Präsident Barack Obama könnte Schiefergas die Lücke füllen, die Kohle in der Stromerzeugung hinterlassen wird. Zu einem kleinen Teil ist das sogar schon der Fall, denn obwohl Kohle noch immer mit 39 Prozent die wichtigste Art der Stromerzeugung ist, sind die Aussichten für Kohlekraftwerke in den USA nicht erst seit dem Clean Power Plan schlecht.

Analysten gehen davon aus, dass zwischen 2012 und 2020 rund ein Fünftel aller amerikanischen Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden – sowohl altersbedingt als auch aufgrund der schwindenden Wettbewerbsfähigkeit. Der Wettkampf darum, welche Energiebranche die langsam wegfallende Kohlekraft ersetzt, wird bereits geführt. Bislang ist es billiges amerikanisches Schiefergas, wodurch der Fracking-Boom befeuert wird.

Doch die US-Regierung und die nationale Umweltschutzbehörde EPA setzen aus Klimaschutzgründen nicht nur auf Schiefergas, sondern auch auf Wind- und Solarenergie. Die Bundesstaaten sollen starke Anreize erhalten, um Energieeffizienz umzusetzen und Erneuerbare Energien schnell auszubauen noch bevor verbindliche Ziele im Jahr 2022 in Kraft treten. Obama will offenbar so viele fossile Energien wie möglich und so schnell wie möglich aus der Stromerzeugung drängen. Dabei gehen die Pläne weiter als ursprünglich angedacht. „Die Regierung hat angekündigt, dass sie mehr Erneuerbare in weniger Zeit haben will. Das hat das Potenzial, Gas Anteile streitig zu machen“, kommentierte Ethan Zindler, New Energy Finance’s Americas chief der Agentur Bloomberg die Ankündigungen der Obama-Regierung.

Schiefergasindustrie warnt vor Folgen

32 Prozent weniger Treibhausgase bis 2030 im Vergleich zu 2005 will Präsident Obama erreichen. Das zwingt viele Bundesstaaten ihre Energiepläne anzupassen, zumal sie für eine schnellere Einsparung von Treibhausgasen belohnt werden sollen. Das mache Schiefergas etwas unattraktiver, schätzen Experten. Es könnte einen Boom für Wind- und Solarenergie in den USA bedeuten – oder eine Renaissance für Atomkraft und Energieeinsparung. Denn Obama setzt auch auf Kernenergie zur Erreichung seiner Klimaziele.

Während Vertreter der US-Wind- und Solarbranche den Clean Power Plan begrüßen, warnen Lobbyisten der Schiefergasindustrie vor den Folgen. „Ich bin verwirrt und enttäuscht“, kommentierte Marty Durbin, Chef von America’s Natural Gas Alliance den Klimaschutzplan und ging sofort zum Angriff über: „Ein beschleunigter Ausbau hin zu mehr Gas ist entscheidend damit die Lichter nicht ausgehen“, warnte er. Noch im vergangenen Jahr hatte Obama Fracking-Gas als unverzichtbar für den Umbau des Energiesystems bezeichnet, im Clean Power Plan ist davon nun keine Rede mehr. cw


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