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Weltweit größtes schwimmendes Solarkraftwerk am Netz

In China hat die derzeit größte schwimmende Solaranlage mit einer Kapazität von 40 Megawatt ihren Betrieb aufgenommen. (Foto: © <a href="http://photos.prnasia.com/fileman/static_file/do_view?permalink=20170516/1852755-1" target="_blank">SUNGROW Power
In China hat die derzeit größte schwimmende Solaranlage mit einer Kapazität von 40 Megawatt ihren Betrieb aufgenommen. (Foto: © SUNGROW Power Supply Co., Ltd)

Die derzeit größte schwimmende Solaranlage hat in China mit einer Leistung von 40 Megawatt ihren Betrieb aufgenommen. Ein ähnliches Projekt ist in Singapur geplant. Der kleine Stadtstaat konnte Sonnenenergie aus Platzmangel bisher kaum nutzen.

31.05.2017 – In der Provinz Anhui, ganz im Südosten von China, wurde der weltweit leistungsstärkste schwimmende Solarpark an das Stromnetz angeschlossen. Mit einer Leistung von rund 40 Megawatt (MW) liefern die Photovoltaikmodule insgesamt so viel Strom, wie im Durchschnitt etwa 20 Windkraftanlagen. Das Unternehmen Sungrow lieferte die entsprechenden Photovoltaik-Wechselrichter für das Projekt.

Installiert wurde das Solarkraftwerk auf einem See, aber nicht auf irgendeinem. Ein ehemaliger Tagebau hatte sich durch starke Regenfälle zu einem vier bis zehn Meter tiefen Stausee verwandelt. Aufgrund des stark mineralisierten Wassers konnte das Gebiet nur schwer für andere Zwecke genutzt werden. Daher entschied man sich, die Wasserfläche für eine nachhaltige Stromproduktion zu nutzen.

Wasser erhöht Effizienz der Stromerzeugung

Dabei bietet das Wasser auch noch einen entscheidenden Vorteil: Durch dessen kühlende Wirkung steige die Effizienz bei der Stromerzeugung erheblich. So könne nicht nur Land, wo die Solaranlagen ansonsten gebaut worden wären, anderweitig genutzt werden, erklärte ein Fachmann der lokalen Regierung. Auch sei es dadurch möglich, wesentlich effizienter Solarstrom zu produzieren.

In anderen Ländern werden zurzeit ähnliche Konzepte verfolgt. So sollen in Singapur zukünftig ebenfalls schwimmende Solarkraftwerke entstehen, da der kleine Stadtstaat die Sonnenenergie aus Platzmangel bis nur sehr eingeschränkt zur Stromproduktion nutzen konnte. Schwimmende Solaranlagen sind daher eine gute Möglichkeit, den Anteil des regenerativ erzeugten Stroms zu steigern.

Schwimmende Solaranlage auch in Singapur geplant

Derzeit wird eine 1-MW-Photovoltaik-Testanlage installiert, die etwa einen Hektar groß sein wird und bis zu 250 Haushalte mit Strom versorgen soll. Errichtet wird sie im Westen von Singapur auf dem Stausee Tengeh. Verschiedene Anbieter bieten bei der Installation unterschiedliche Lösungsansätze, um deren Leistung und Kosteneffizienz zu erproben und optimieren.

Gerade für den Stadtstaat Singapur, der mit einer Fläche von 719 Quadratkilometern nur schwerlich seine Erneuerbare-Energien-Kapazitäten ausbauen kann, ist so eine Technologie sinnvoll. Immerhin müssen rund 5,6 Millionen Menschen mit Strom versorgt werden. Solarenergie ist dabei besonders attraktiv für Singapur, da die durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung mit etwa 1.500 Kilowattstunden pro Quadratmeter sehr hoch ist. jk


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Kommentare

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Eitel Heck 31.05.2017, 09:29:35

+208 Gut Antworten

Ein sehr interessanter Artikel.China, das zur Erreichung der Klimaziele weiterhin auf Kernenergie setzt ist auch bei der erneuerbaren Energieerzeugung sehr innovativ. Bei Solarenegie sind Länder in subtropischen und tropischen Regionen hinsichtlich der Sonneneinstrahlung zur Energieerzeugung gegenüber Deutschland im Vorteil.Solarenergie hat in Deutschland den Nachteil, dass sie den Erdboden sehr diffus erreicht. Im Zeitmittel werden in Deutschland nur 120W/m2 zugestrahlt.Daher ist zur Nutzbarmachung einer bestimmten Menge Solarenergie ein überproportional hoher Einsatz Material, Mensch-Arbeitsstunden und Landfläche, bzw. letztlich Geld vonnöten, was sich darin äußert, dass die physikalische Kenngröße des Ernteertrages(EROI) von Photopholtaik in Deutschland sehr niedrig ist( einstelliger Wert, ca.3).

Zum Vergleich:

-Kraftwerken mit fossilen Kraftstoffen,EROI 30,

-Kernkraftwerke mit Leichtwasserreaktoren, EROI 75,

-Dual Fluid Reaktor(deutsches Patent), EROI 2.000

Die Umstellung einer Industrienation mit EROIs deutlich unterfossilen Quellen( ca.30) ist physikalisch nicht möglich.

Denn wenn man es täte, dann wäre es eben keine Industrienation mehr, sondern auf dem Energieniveau des 18.Jahrhunderts.

Rohstoffkette für Solarzellen:

-Herstellung von Rohsilizium aus Quarzsand und Steinkohlenkoks bei 1650° Celsius( CO2-Emission),

-Herstellung von Trichlorsilan aus Rohsililizium und Chlorwasserstoff bei 300° Celsius und Cu als Katalysator,

-fraktionierte Destillation zu Trichlorsilan, spezialrein,

-Herstellung von polykristallinem Silizium aus Trichlorsilan, spezialrein und hochreinem Wasserstoff,

-Herstellung von monokristalinem Silizium durch Schmelzverfahren bei Anwendung hochfrequentem Wechselstrom,

Herstellung von Solarzellen in mehreren chemischen Verfahrensstufen, darunter Behandlung mit Dotiergasen,

.Negativdotierung duch Phosphor oder Arsen,

.Positivdotierung durch Bor

Christoph Hansen 31.05.2017, 14:31:29

+202 Gut Antworten

Bei der Verwendung der Kenngröße EROI als pauschales Bewertungskriterium würde ich vorsichtig sein. Die Probleme werden sehr schön hier beschrieben: http://bountifulenergy.blogspot.de/2015/05/six-errors-in-eroei-calculations.html

Vereinfachend kann man aber auch sagen, dass PV/Wind ein hohes Anfangsinvest (Energie & Geld) haben, aber dann für 20 bis 30 Jahre nur noch Wartung. Bei klassischen Kraftwerken muss ich jedes Jahr wieder Unmengen an Energie reinstecken. Um es besser zu verdeutlichen: Die verbrauchte Brennstoffmasse eines Kohlekraftwerks in nur einem Jahr entspricht der Masse (Beton, Stahl etc.), welche man für die Errichtung eines Windparks benötigt, welcher die selbe jährliche Strommenge erzeugt wie das Kohlekraftwerk.

 

Letztendlich ist die wichtigste Kenngröße aber die Kosten je MWh. Da liegt die Kernkraft in der EU mit 120 €/MWh zum Beispiel doppelt so hoch wie die PV mit 60 €/MWh, obwohl der EROI es genau anders herum vermuten lässt.

Eitel Heck 31.05.2017, 20:22:34

+212 Gut Antworten

zu Christoph Hansen

der EROI ist eine wissenschaftliche Berechnungsrundlage für die Wertschöpfung einer Energieanlage.

Fakt ist, bei der diffusen Sonneneinstrahlung wird in Deutschland im Zeitmittel eine Solarenergie von 120W/m2 zugestrahlt.Deshalb ist zur Nutzbarmachung der Solarenergie in Deutschland ein überproportional hoher Einsatz von Material, Mensch-Arbeitsstunden und Landfläche vonöten.

Klammere ich die unzähligen Photovoltaik-Dachanlagen aus, gibt es in Deutschland ca.400 Solarparks zur großflächigen Stromerzeugung( in der Summe eine große Fläche) mit bescheidener Stromerzeugung pro Solarpark.

Der leistungsmäßig größte Solarpark befindet sich in Straßkirchen mit einer Leistung von 54MWp.

Die leistungsmäßig größte Photovoltaik-Dachanlage befindet sich in Haßleben mit einer Leistung von 5,8MWp.

Zum Vergleich in Marokko wird in 3 Bauabschnitten ein Solarthermikraftwerk mit einer Gesamtleistung von 380 MV zur Stromversorgung von 1,0 Millionen Menschen gebaut.

Der 1. Bauabschnitt wurde bereits realisiert und versorgt 350.000 Menschen mit Strom.

Ein noch größeres Solarthemikraftwerk mit einer Gesamtleistung von 810 MW entsteht im Nordwesten Chinas( Kraftwerk Delingha).Der 1.Bauabschnitt mit einer Leistung von 270MW soll 2017 fertiggestellt werden.

Aus meiner Sicht biet sich die fast unbewohnte Sahara-Wüste in Nordafrika mit der sehr guten Sonneneinstrahlung als Standort für den Bau von Solarthermikraftwerken durch die EU in Kooperation mit nordafrikanischen Ländern an.

Zur Stromversorgung der EU-Länder müsste ein Stromkabel durch das Mittelmeer nach dem Beispiel der deutsch-norwegischen Energiepartnerschaft(Seekabel NordLink) gebaut werden.


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