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18 Mio. Tonnen Lebensmittel landen jährlich auf dem Müll

Enorme Mengen an  Lebensmitteln landen jährlich auf dem Müll. In diesem Jahr markiert der 2. Mai den Tag der Lebensmittelverschwendung, der den Wechsel von der Verschwendung hin zur Verwertung von Nahrungsmitteln versinnbildlicht. (Foto: © Starr, flick
Enorme Mengen an Lebensmitteln landen jährlich auf dem Müll. In diesem Jahr markiert der 2. Mai den Tag der Lebensmittelverschwendung, der den Wechsel von der Verschwendung hin zur Verwertung von Nahrungsmitteln versinnbildlicht. (Foto: © Starr, flickr.com/photos/starsinstereo/2462203931, CC BY 2.0)

In diesem Jahr stand der 2. Mai für den Tag der Lebensmittelverschwendung, der den Wechsel von der Vergeudung hin zur Verwertung von Nahrungsmitteln markiert. In Deutschland werden jährlich ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeschmissen.

05.05.2016 – Es ist nur ein theoretisches Gedankenkonstrukt. Und doch macht es einem erschreckend deutlich bewusst, wie viele Lebensmittel in Deutschland alltäglich verschwendet werden. So markiert in diesem Jahr erst der 02. Mai den Tag, ab dem die insgesamt produzierten Nahrungsmittel nicht auf den Müll landen, sondern verwertet werden. Die Naturschutzorganisation WWF möchte damit symbolisch verdeutlichen, dass fast ein Drittel des aktuellen Verbrauchs von Lebensmitteln in der Bundesrepublik ungenutzt verschwendet wird. Das sind jährlich etwa 18 Millionen Tonnen – selbst für unsere Überflussgesellschaft eine unvorstellbare Zahl.

„Umgerechnet sind alle Nahrungsmittel, die wir in den ersten 122 Tagen des Jahres 2016 produziert haben, auf dem Müll gelandet“, kommentiert die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran. Diese Zahl ist verwunderlich hoch, da die Bundesregierung die Lebensmittelverluste bis zum Jahr 2030 eigentlich halbieren wollte. Somit müsste der symbolische Tag der Lebensmittelverschwendung von nun an jedes Jahr um mehrere Kalendertage nach vorne rutschen. Die WWF-Expertin bemängelt jedoch, dass immer noch eine abgestimmte Strategie mit klaren und verbindlichen Zielvorgaben für die unterschiedlichen Akteure fehle. So müsse es für die Produzenten der Lebensmittelindustrie, aber auch für den Handel und die Gastronomie ein entsprechendes Regelwerk geben. „Auch eine angekündigte Koordinierungsstelle, um diese Aktivitäten zu bündeln, fehlt noch immer“, kritisiert Dräger de Teran.

Über die Hälfte der Lebensmittelverluste sind bereits heute vermeidbar

Der WWF betitelt es als skandalös, dass eine Industrienation wie Deutschland immer noch derartig viele Lebensmittel verschwendet. Bereits heute sei es möglich, zehn der achtzehn Millionen Tonnen an verschwendeten Nahrungsmitteln zu vermeiden. Dabei würden nicht nur ein verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette und nachhaltigere Marketingstrategien eine wichtige Rolle spielen, sondern auch veränderte Konsumgewohnheiten. So werfen viele Menschen Unmengen an eigentlich noch genießbaren Lebensmitteln aufgrund ihres abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums weg.

Laut WWF werden jährlich rund 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, nur um die darauf angebauten Produkte direkt wieder wegzuwerfen. Diese Fläche entspricht in etwa der Größe von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland zusammen. Außerdem werden vermeidbare Treibhausgasemissionen produziert, die dem Klima schaden ohne einen Nutzen zu generieren. „Die Vermeidung von Lebensmittelverlusten durch Landwirtschaft, Handel und Verbraucher wäre ein signifikanter Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz“, so Dräger de Teran. „Angesichts knapper werdender, fruchtbarer Ackerflächen und einer prognostizierten Weltbevölkerung von über 9 Milliarden Menschen in 2050 können wir uns eine solche Verschwendung nicht leisten.“ jk


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