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Mehr Bäume für den Klimaschutz?

Mangrovenwald in Kambodscha
Mangrovenwald in Kambodscha (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Einer neuen Studie folgend sind Erhalt und Aufforstung von Wäldern einer der effizientesten Lösungen zur Reduzierung von Treibhausgasen in unserer Atmosphäre. Ob dies jedoch den globalen Temperaturanstieg bremst und die Klimaziele erfüllt ist umstritten.

21.10.2017 - Mithilfe von Erhalt und Wiederaufforstung von Wäldern würde sich die Atmosphäre deutlich erholen. Dies zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der gemeinnützigen US-Naturschutzorganisation „Nature Conservancy“. In Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen legten Sie Maßnahmen zur Reduzierung des menschlichen Einflusses auf die Umwelt und deren Potenzial für ein besseres Klima vor. Eine signifikante Erhöhung des Baumbestandes könnte jährlich bis zu 7 Milliarden Tonnen CO2 einsparen, der gleiche Effekt würde erst mit der Verbannung von bis zu 1,5 Milliarden Autos mit Verbrennungsmotor entstehen.

Eine frühere Studie der Victoria Universität in Kanada aus dem Jahr 2011 warnt jedoch vor allzu großen Hoffnungen hinsichtlich eines verminderten Klimawandels. Zwar binden Bäume in großem Maße CO2, doch selbst wenn die Hälfte der weltweiten Äcker und Wiesen mit Bäumen bepflanzt wären, könne der globale Temperaturanstieg gerade einmal um 0,25 Grad gebremst werden. Verantwortlich u.a. für diesen vergleichsweise marginalen Effekt sei „Albedo“, das Reflexionsvermögen der Erdoberfläche. Während Wüsten, Gletscher und helle Ackerflächen Sonnenlicht sehr effektiv in den Weltraum zurückstrahlen, nehmen dunkle Wälder Sonnenstrahlung auf und erwärmen sich. Diese Beobachtung ist jedoch umstritten und wird von verschiedenen Forschergruppen unterschiedlich bewertet.

Wiederaufforstung, ja oder nein?

Während die Deutsche Post zur Kompensation ihres CO2 Verbrauchs auch Wiederaufforstungsprogramme unterstützt, entschied sich atmosfair gegen dieses Vorgehen. Das Unternehmen, welches u.a. bei Flügen und Busreisen eine Kompensation der entstandenen Treibhausgase über einen freiwilligen Umweltbeitrag anbietet, hält die Finanzierung von neuen Bäumen über CO2- Zertifikate für einen gefährlichen Weg. Das Aufforsten von Wäldern garantiere erst auf lange Sicht einen Nutzen. Erst wenn Wälder über 50 Jahre sicher stehen, wäre eine dauerhafte CO2 Kompensation sichergestellt. Sollten diese wiederrum vorher abgeholzt werden oder abbrennen, würden neue Kohlendioxid Emissionen entstehen.

Atmosfair stellt sich jedoch nicht aus Prinzip gegen Wiederaufforstungsprogramme. Auch sie sehen den Nutzen einer grünen Umwelt, genau wie die Forscher der Victoria Universität in Kanada. Neu geschaffene Wälder sind wichtig für den Artenschutz und den Schutz vor Bodenerosion. Zusätzlich wird durch die vermehrte Aufnahme von CO2 der Versauerung der Ozeane entgegenwirkt. Die Wissenschaftler der „Nature Conservancy“ betonen neben der Wiederaufforstung von Wäldern vor allem den Erhalt von Sumpfgebieten. Laut ihrer Studie seien diese schützenswerten Biotope äußerst effizient in der Speicherung und Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxid.

Besonders eklatant macht sich dies bei der Zerstörung von Mangrovenwäldern bemerkbar. Durch die Vernichtung dieser tropischen Form der Feuchtgebiete landen jährlich bis zu 120 Millionen Tonnen Kohlenstoff zusätzlich in der Atmosphäre. Das entspricht etwa zehn Prozent der globalen CO2-Emissionen durch Entwaldung, dabei machen Mangrovenwälder nur einen verschwindend geringen Anteil der bewaldeten und gerodeten Flächen weltweit aus. mf


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