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Glyphosat vom AckerRoundup von Bayer verliert Zulassung in Frankreich

142.773 Unterschriften von Bürgern gegen Glyphosat: Übergabe an das Landwirtschaftsministerium. Das war 2016
142.773 Unterschriften von Bürgern gegen Glyphosat: Übergabe an das Landwirtschaftsministerium. Das war 2016, der damalige Landwirtschaftsminister Schmidt stimmte dann 2017 dennoch für eine Verlängerung der Zulassung für Glyphosat in der EU. (Foto: Jörg Farys / BUND /Flickr / CC BY 2.0)

Der Bayer-Konzern hat eine Niederlage erlitten. Ein französisches Verwaltungsgericht hat dem Chemie-Riesen die Zulassung für seinen glyphosathaltigen Unkrautvernichter wieder entzogen. Umweltschützer hoffen auf einen Impuls für das Ende von Glyphosat.

18.01.2019 – Ein Verwaltungsgericht in Lyon hat in dieser Woche die Zulassung für das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup Pro 360 widerrufen, mit der Begründung, dass Glyphosat im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Im Frühjahr 2017 hatte die staatliche Agentur für Lebensmittelsicherheit Anses das Roundup zugelassen, diese Entscheidung befanden die Richter nun als Fehler.

Die Wissenschaft hat festgestellt...

Die Beweisführung für die Richter in den Prozessen rund um glyphosathaltige Herbizide ist und bleibt schwierig. Denn Ende 2017 hatte die EU-Kommission die Zulassung von Glyphosat um fünf Jahre verlängert – gegen den Widerstand Frankreichs und mit der Zustimmung Deutschlands, die sogar ausschlaggebend für die verlängerte Zulassung war. Doch obwohl die EU zugestimmt hatte, argumentierte das Gericht in Lyon den Entzug der Zulassung nun damit, dass wissenschaftliche Studien insbesondere des Centre International de Recherche sur le Cancer (CIRC) gezeigt haben, dass Roundup Pro 360  aufgrund seiner Zusammensetzung besonders giftig sei – möglicherweise krebserregend für Menschen und höchst umweltschädlich, insbesondere für Wasserorganismen. In Frankreich darf Bayer diesen Unkrautvernichter nun nicht mehr vertreiben.

Bayer wehrt sich, wie üblich

Bayer will laut Aussage eines Konzernsprechers nach dem Urteil nun rechtliche Optionen prüfen. Kritiker von Herbiziden sind zwar zufrieden mit dem Urteil, allerdings ist es nur ein kleiner Erfolg, da es lediglich um die Zulassung eines speziellen Produkts geht. Auch in Frankreich landet vielerlei Gift auf dem Acker. Glyphosat wurde vom US-Konzern Monsanto entwickelt und unter dem Markennamen Roundup vertrieben, Bayer übernahm im vergangenen Jahr den Konzern und seine Produkte, mit denen es nun immerhin viel Ärger gibt. In den USA laufen wegen des Herbizids viele Klagen gegen den Konzern. Bayer beharrt indes darauf, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung keine Gesundheitsrisiken für Menschen darstelle und beruft sich auf teils fragwürdige Studien.

Private Klage in USA war erfolgreich

In den USA wurde Monsanto im vergangenen Jahr immerhin zur Zahlung von Schadenersatz an einen bereits schwerkranken ehemaligen Schulgärtner verurteilt, der Produkte wie Roundup für seine Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung verantwortlich machte. Über 9.000 ähnliche Klagen sind zudem anhängig und stehen noch aus. Kläger in Frankreich war nun der unabhängige Expertenrat Comité de Recherche et d'Information Indépendantes sur le Génie Génétique CRIIGEN, der die Entscheidung für die Zulassung von Roundup Pro 360 angefochten hatte.

Nach der Entscheidung der EU im letzten Jahr, die Glyphosat-Zulassung zu verlängern, hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, Glyphosat in Frankreich bis spätestens 2021 aus dem Verkehr zu ziehen – mit einem Das Urteil, so hoffen Glyphosat-Kritiker, wird den Ausstieg Frankreichs 2021 bekräftigenVotum für ein Verbot war er im Parlament gescheitert. Das Urteil, so hoffen Glyphosat-Kritiker, wird den Ausstieg Frankreichs 2021 bekräftigen. Im letzten Jahr hatte auch die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze einen Plan für einen schrittweisen Ausstieg Deutschlands aus der Nutzung von Glyphosat vorgelegt. Mit dem Landwirtschaftsministerium hat sie dabei aber wohl eher einen mächtigen Gegner. Doch immerhin hat Schulze einen Großteil der Bevölkerung und der Bierbrauer hinter sich – denn noch vor der EU-Abstimmung hatte das Umweltinstitut München nachgewiesen, dass in den 14 beliebtesten deutschen Bieren Glyphosat nachweisbar ist – da schrillten bei vielen Bürgern die Alarmglocken. Doch trotz vehementer Petitionen von Seiten der Bürger und von Umweltverbänden hat sich die EU dann nicht gegen das Gift entschieden. na


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