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WWF Studie

Wildtierbestand ist weltweit um 60 Prozent geschrumpft

Junge Wasserschildkröte
Auf der ganzen Welt ist die biologische Vielfalt laut dem WWF stark gefährdet. Ein großes Problem sei dabei die immer weiter anwachsende Plastikflut. (Foto: © WWF Deutschland)

Ein WWF-Bericht offenbart eine dramatische Entwicklung: Seit 1970 hat der weltweite Bestand an Wirbeltieren um 60 Prozent abgenommen. Gleichzeitig verbraucht die Menschheit jährlich 70 Prozent mehr Ressourcen, als eigentlich zur Verfügung stehen.

03.11.2018 – Unser Ressourcenhunger wächst weiter. Das zeigt der aktuelle „Living Planet Report 2018“ vom WWF, den die Umweltorganisation seit 1998 veröffentlicht. Laut dem zwölften ökologischen Zustandsbericht steigt der weltweite Ressourcenverbrauch kontinuierlich an, während die ökologischen Reserven der Erde mehr und mehr schwinden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der „Living Planet Index“, ein Barometer für den ökologischen Gesundheitszustand der Erde, auf einen neuen Tiefpunkt gefallen ist.

Bestandsrückgang um 89 Prozent in Süd- und Zentralamerika

Aus dem WWF-Bericht geht außerdem hervor, dass die Zahl der Wildtiere dramatisch zurückgegangen ist. So sei der Bestand der über 16.000 untersuchten Wirbeltiere im Vergleich zum Jahr 1970 um rund 60 Prozent geschrumpft. Besonders große Veränderungen habe es bei den Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien in Süd- und Zentralamerika gegeben. Hier ist der Bestand sogar um 89 Prozent zurückgegangen.

„Unser Lebensstil ist wie Kettenrauchen und Komasaufen auf Kosten des Planeten.“ Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF Deutschland

Deutschland habe am dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt einen maßgeblichen Anteil. „Für unseren Lebensstil fallen in Südamerika, Afrika oder Asien Bäume, verschmutzen Flüsse, schwinden Tierbestände oder sterben Arten ganz aus“, sagt Jörg-Andreas Krüger vom WWF. Deshalb fordert die Naturschutzorganisation die Einführung von EU-weiten Nachhaltigkeitskriterien für importierte Agrar- und Mineralrohstoffe. Zusätzlich müsse ein internationaler Waldfonds mit einem Jahresbudget von mindestens 100 Millionen Euro eingerichtet werden. Dadurch könnten Projekte zum Waldschutz sowie zur Wiederaufforstung unterstützt werden.

Internationale Vereinbarungen gegen die Plastikflut

Dem WWF bereitet es große Sorge, dass die weltweite Plastikflut in den Ozeanen immer weiter anwächst. Um die Entwicklung endlich zu stoppen, müssten so schnell wie möglich internationale Vereinbarungen beschlossen sowie konkrete Minderungsziele vorgeschrieben werden. „Die Meere dürfen nicht weiter die Müllhalde der Erde sein“, so Krüger. So sei es nun die Aufgabe von Deutschland und der gesamten EU, mit gutem Beispiel voranzugehen und für Lebensmittelverpackungen strikte Recyclingvorgaben einzuführen.

„Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen. Viel Zeit bleibt nicht für die Trendwende, aber sie ist machbar.“ Jörg-Andreas Krüger

Seit 1966 habe sich der ökologische Fußabdruck verdoppelt und die Menschen nutzen mehr natürliche Ressourcen, als die Erde selbst erneuern kann. Zwischen den Jahren 1970 und 1995 habe der Rückgang von Wildtieren etwa 30 Prozent betragen. Seit 1995 hat nun eine ähnlich hohe Abnahme in einem noch kürzeren Zeitraum stattgefunden. Damit sich daran schleunigst etwas ändern kann, „müssen wir national und international mutiger und konsequenter handeln“, fordert Krüger. Mit der Wahl des neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zeichnet sich jedoch eine ganze andere internationale Entwicklung ab. Eine Entwicklung, bei der Klima- und Naturschutz eine immer kleinere Rolle spielen. jk


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