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Verbände fordern Steuerbonus für energetische Sanierung

Sanierungsbedürftig sind in Deutschland sehr viele Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein Steuerbonus könnte Anreize schaffen. (Foto: nical)
Sanierungsbedürftig sind in Deutschland sehr viele Ein- und Zweifamilienhäuser. Ein Steuerbonus könnte Anreize schaffen. (Foto: nical)

Führende Branchenverbände haben einen Modellvorschlag für die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung vorgelegt und fordern die Parteien auf, diesen Vorschlag in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und die Maßnahmen zügig umzusetzen.

17.10.2017 – Ein Verbände-Bündnis von BDI, BDEW, DGB, dena und ZDH fordern von der neu zu bildenden Bundesregierung, eine attraktive Steuerförderung für energetische Sanierungsmaßnahmen aufzusetzen, um so eine Modernisierungsoffensive bei selbstgenutzten Ein- und Zwei-Familienhäusern und Wohnungen auszulösen. Dazu wurde ein konkretes Steuermodell vorgeschlagen, das unter anderem in der Anfangsphase vorsieht, dass 30 Prozent der Sanierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuerzahlung abgezogen werden.

Gebäudesanierung als Baustein der Energiewende

Damit Deutschland seine ambitionierten Klimaziele erreichen kann, müssten neben all den anderen Maßnahmen auch die großen CO2- und Energieeinsparpotenziale bei Gebäuden mobilisiert werden. Der psychologische Effekt des Steuersparens wäre ein unvergleichlich starker Hebel, so das Argument der Verbände, der im bisherigen Fördermix fehle. Es werde ein Instrument benötigt, das „attraktiv, technologieoffen und einfach umsetzbar ist“. Nur so könne der Stillstand bei der energetischen Gebäudesanierung überwunden und das Sanierungstempo nachhaltig gesteigert werden.

Förderungen etwa über die KfW existieren und werden auch genutzt, seit Jahren fordert die Branche aber auch den zusätzlichen Steuerbonus, den es in anderen europäischen Ländern schon gibt und der zusätzliche Anreize schaffen könnte. Bundeskanzlerin Merkel und Bauministerin Hendricks hatten im Juni dieses Jahres neue Subventionen für die energetische Gebäudesanierung angekündigt. Insbesondere Wärmedämmung sollten in Zukunft steuerlich begünstigt werden, hatten die Politikerinnen versprochen - wie es Branche und Hausbesitzer schon lange fordern.

Auf den Gebäudesektor in Deutschland entfallen immer noch über 40 Prozent des Primärenergieverbrauchs und über 30 Prozent des CO2-Ausstoßes. Bei einem Großteil der rund 16 Mio. Ein- und Zweifamilienhäuser bestehe erheblicher Sanierungsbedarf. Die Sanierungsquote stagniere jedoch seit Jahren bei unter einem Prozent, mindestens zwei Prozent wären aber notwendig, eher mehr, um die Klimazeile zu erreichen. Angesichts der inländischen Wertschöpfung von über 80 Prozent im Gebäudebereich würde eine steuerliche Förderung außderdem zu einem starken Konjunkturschub – insbesondere bei Mittelstand und Handwerk – führen, argumentiert das Bündnis. na


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