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Biogas aus Wasserpflanzen

Wasserpflanzen sind potenzielle Energieerzeuger. (Foto: ©Larisa Schmyrova / Pixelio)
Wasserpflanzen sind potenzielle Energieerzeuger. (Foto: ©Larisa Schmyrova / Pixelio)

Während sich die Forschung bislang auf die Eindämmung von schnell ausbreitenden Wasserpflanzen konzentrierte, liegt nach neuen Erkenntnissen der Fokus nun verstärkt darauf, diese Pflanzen als Rohstoffquelle für die Energieerzeugung zu erschließen.

14.10.2014 – Schnellwachsende Wasserpflanzen können Badefreuden oder den Schiffsverkehr einschränken, und werden daher regelmäßig entfernt. Vor allem nicht-heimische Arten verhalten sich massiv und breiten sich ungehemmt aus, da das heimische Ökosystem sie nicht wirkungsvoll regulieren kann. So hat sich bspw. die aus Süd- und Nordamerika eingeschleppte Gattung Elodea in den letzten Jahrzehnten in Deutschland rasant vermehrt. Für die Entfernung solcher Pflanzen geben Kommunen viel Geld aus, die anfallende Biomasse wird dann meist deponiert.

Auch in der Forschung lag der Fokus bislang darauf, die Ausbreitung der Wasserpflanzen einzudämmen, dabei enthalten Wasserpflanzen interessante Stoffe und binden während des Wachstums Phosphate. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) untersuchen deshalb nun in einem Projekt, inwieweit sich Wasserpflanzen aus Binnen-Gewässern als Rohstoff für Biogasanlagen eignen.

Ein Vorteil: Wasserpflanzen konkurrieren dabei nicht mit der Nahrungsmittelerzeugung. In Biogasanlagen würden Wasserpflanzen relativ große Mengen Phosphor und Spurenelemente eintragen. Der Phosphor verbessert den Düngewert der Gärreste, die Spurenelemente wiederum verringern den Bedarf an entsprechenden Präparaten für die Mikrobiologie in der Anlage. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersuchen die Wissenschaftler derzeit u.a. die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii) als Rohstoff für die Biogasgewinnung. Da sich hier der geringe Trockenmassegehalt als problematisch herausgestellt hat für die Biogasverwendung verfolgt das Projektteam daher nun den Ansatz, eine Mischsilage aus Elodea und Stroh bzw. Landschaftspflegeheu herzustellen.

Insgesamt will das Forscherteam die Wasserpflanzennutzung als Biogasrohstoff aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht bewerten, die energetische Nutzung steht dabei zunächst im Mittelpunkt, aber auch alternative Optionen wie etwa die stoffliche Nutzung der Wasserpflanzen-Biomasse etwa für Naturkosmetika und Dünger. na

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