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Mehr Netzstabilität dank Erneuerbaren Energien

Die Grafik zeigt: Mit steigendem Anteil Erneuerbarer Energien im Strommix sinken auch die Versorgungsunterbrechungen in den deutschen Stromnetzen. (Grafik: Hans-Josef Fell)
Die Grafik zeigt: Mit steigendem Anteil Erneuerbarer Energien im Strommix sinken auch die Versorgungsunterbrechungen in den deutschen Stromnetzen. (Grafik: Hans-Josef Fell)

Neue Zahlen der Bundesnetzagentur zur Versorgungssicherheit im Stromnetz zeigen, dass Versorgungsunterbrechungen mit dem zunehmenden Ausbau Erneuerbare Energien immer seltener werden. Die Warnung der Energiekonzerne vor Blackouts ist unbegründet.

10.09.2015 – Seit vielen Jahren warnen die großen Atom- und Kohlekonzerne, ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland würde die Netzstabilität gefährden, zu Versorgungsengpässen und schlussendlich zu Blackouts führen. Und immer wieder treffen diese Vorhersagen nicht ein, denn sie sind reine Propaganda. Die Bundesnetzagentur liefert dazu eindrucksvolle Zahlen: Im vergangenen Jahr hatte Deutschland den niedrigsten Wert an Stromausfällen seit 2006 – und das obwohl der Anteil Erneuerbarer Energien an der deutschen Bruttostromerzeugung auf 25,8 Prozent gestiegen ist.

Ein Zusammenhang zwischen steigender Versorgungsqualität im Strombereich und dem stetig wachsenden Anteil von Ökostrom im Netz scheint gegeben zu sein, wie ein Blick auf die Grafik verrät. Die SAIDI-Werte (System Average Interruption Duration Index) der Bundesnetzagentur spiegeln diese Entwicklung wider. Dieser Wert zeigt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres an. Weder geplante Unterbrechungen noch Unterbrechungen aufgrund höherer Gewalt wie Naturkatastrophen werden dabei berücksichtigt.

Rekordwert für Versorgungsqualität 2014

Zeigt der SAIDI-Wert für 2006 noch 21,53 Minuten Versorgungsunterbrechung an, ging der Wert kontinuierlich zurück, lag 2010 bei 14,90 und erreichte 2014 einen Spitzenwert von nur noch 12,28 Minuten Versorgungsunterbrechung. Gleichzeitig stieg sogar die Anzahl der Netzbetreiber und Netze auf 874 bzw. 884. Die Werte spiegeln gleichzeitig die Fähigkeiten der Netzbetreiber wider, mit schwierigen Situationen umzugehen. Die Integration fluktuierender Erneuerbarer Energien wie Solar- und Windenergie ist eine wichtige Aufgabe, die die Netzbetreiber gut beherrschen und sich in den vergangenen Jahren viel Wissen angeeignet haben.

Eine unmögliche Aufgabe ist es sicher nicht. Denn die Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass auch bei einem schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien die Netze stabil gehalten werden können und die Versorgungsqualität im Strombereich gewährleistet ist. Sogar deutlich besser als noch vor einigen Jahren, als der Ökostromanteil sehr viel geringer war. cw


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Nishi 10.09.2015, 09:20:13

+176 Gut Antworten

Ich finde es ja gut, dass hier ein positives Bild der erneuerbaren Energien vermittelt wird, leider fürchte ich, dass hier vergessen wurde, die Korrelation beider Werte zu überprüfen.

Ist es nicht wahrscheinlich eher so, dass in den letzten Jahren so viel in die Netze investiert wurde, dass sie TROTZ volatiler erneuerbarer Einspeisung stabiler geworden sind? Dies hier wirkt auf mich eher wie eine Milchmädchenrechnung.

T.Knhö 11.09.2015, 11:26:24

+166 Gut Antworten

Hallo Nishi,

 

eine Milchmädchenrechnung ist das nicht, die Korrelation sehen Sie, wenn Sie sich mit dem Thema Dezentralität beschäftigen. Erneuerbare Energien sind Dezentrale Anlagen die in Deutschland stark verteilt sind. Durch diese Dezentralität wird den Verteilnetzbetreibern eine schnellere Reaktion ermöglicht, wodurch Last- und Erzeugungsschwankungen besser ausgeglichen werden können. Fällt jedoch als Beispiel ein Großkraftwerk aus, sind die Netze schnell an Ihren Grenzen um den Strom aus anderen Bereichen zu erbringen.

Daher sinkt der Bedarf an Regelleistung kontinuierlich. (siehe TenneT)

Zumal die EE immer besser prognostiziert werden können und damit die Erzeugung mit kleinen Anlagen ausgeglichen werden kann.

Die Vielzahl an Erzeugungsanlagen bedeutet zwar einen höheren Regelungs- und Kommunikationsaufwand, dafür sind die Schwankungen in den Netzen deutlich geringer und damit viel einfacher zu beherrschen als bei einer reinen Erzeugung mit Großkraftwerken.

Seggen 04.10.2016, 10:50:40

+161 Gut Antworten

Die Schlussfolgerung von kürzeren Unterbrechungszeiten auf ein stabileres Stromnetz wird oft gemacht, ist aber zumindest gewagt. Ein Stromnetz ist eine sehr komplizierte Maschine und hier wird eine schlussfolgernde Aussage auf Grundlage eines einzigen gemessenen Parameters (kürzere Unterbrechungszeiten) getätigt. Das deutsche Stromnetz wurde nicht mit speziellem Hinblick auf dezentrale Erzeuger gebaut. Der derzeitige Umbau des deutschen Stromnetzes birgt –wie bei allen Maschinenumbauten- Chancen und Risiken.


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