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Netzentgelte: Nur der Osten kann sich freuen

Ostdeutschland kann sich freuen, der Westen und Süden muss dagegen mehr zahlen: Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Schätzungen für die Höhe der Netzentgelte im kommenden Jahr bekannt gegeben. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0</a>)
Ostdeutschland kann sich freuen, der Westen und Süden muss dagegen mehr zahlen: Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Schätzungen für die Höhe der Netzentgelte im kommenden Jahr bekannt gegeben. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Während in West- und Süddeutschland die Netzentgelte 2018 stark steigen, sinken sie in Ostdeutschland. Die vier Übertragungsnetzbetreiber machen dafür jeweils den Netzausbau verantwortlich. Im Westen steigen die Abgaben um voraussichtlich 45 Prozent.

06.10.2017 – Die Zahlen sind bislang nur vorläufig, zeigen aber in welche Richtung es geht: Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion, zuständig für Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, hat angekündigt, die Netzentgelte für das kommende Jahr drastisch zu erhöhen: 45 Prozent Mehrkosten sind es nach aktueller Schätzung. Die Abgabe zahlen Stromkunden über ihre Stromrechnung, die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber machen dabei etwa vier Prozent des gesamten Strompreises für Privathaushalte aus – derzeit gut ein Cent pro Kilowattstunde.

Auch TransnetBW in Baden-Württemberg wird die Netzentgelte um voraussichtlich 13 Prozent anheben. Tennet, dessen Gebiet sich von Nord- bis Süddeutschland erstreckt und für etwa die Hälfte der deutschen Haushalte zuständig ist, rechnet mit einem Anstieg von 9 Prozent. Nur 50Hertz, Netzbetreiber in Ostdeutschland und Hamburg, wird die Stromkunden um etwa 11 Prozent entlasten.

Netzausbau ist Fluch und Segen

Als Grund nennen alle vier den Netzausbau. Während die ersten drei Übertragungsnetzbetreiber den schleppenden Ausbau beklagen, freut sich der vierte. Mit der Inbetriebnahme der sogenannten Thüringer Strombrücke zwischen Thüringen und Bayern sinken bei 50Hertz die Kosten für Netzeingriffe. Unter anderem durch die Inbetriebnahme des ersten Stromkreises der neuen Leitung konnte der Netzbetreiber die Kosten für das Engpassmanagement deutlich reduzieren, seit 2015 um rund 50 Prozent. Da nun auch der zweite Stromkreis und damit die gesamte Strombrücke zur Verfügung stehen, erwartet 50Hertz weitere positive Effekte.

Diese bleiben bei den übrigen Netzbetreibern bislang aus. Etliche der geplanten neuen Hochspannungsleitungen stecken in Planungs- und Genehmigungsprozessen fest, die Übertragungsnetzbetreiber müssen immer häufiger eingreifen und „netzstabilisierende Maßnahmen“ ergreifen, wie etwa Tennet beklagt. Ein zweiter großer Kostenpunkt sind die steigenden Kosten für die Anbindung neuer Offshore-Windparks ans Stromnetz.

Zwar machen die Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber nur etwa vier Prozent des gesamten Strompreises für Privathaushalte aus. Rechnet man aber die Kosten für die Verteilnetze hinzu, machen die Abgaben für die Nutzung der Stromnetze mittlerweile ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der größte Posten auf der Stromrechnung. cw


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