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Aus Solarenergie wird Gas

Der Innenraum der Power-to-Gas-Anlage. (Bild: © HSR Hochschule für Technik Rapperswil)
Der Innenraum der Power-to-Gas-Anlage. (Bild: © HSR Hochschule für Technik Rapperswil)

Eine Pilotanlage in der Schweiz stellt aus Sonnenenergie Gas her, mit dem sich Fahrzeuge betanken lassen. Doch warum ein Elektrofahrzeug nicht direkt mit dem Sonnenstrom laden? Warum Methan? Wissenschaftler sehen in Power-to-Gas einige Vorteile.

18.09.2015 – Eine Photovoltaikanlage liefert regenerativ erzeugten Solarstrom für eine Power-to-Gas-Anlage in der Schweiz. Die Anlage der HSR Hochschule für Technik Rapperswil produziert in 20 Stunden eine Tankfüllung für ein Gas-Fahrzeug, das damit 400 Kilometer weit fahren kann. Denn aus Strom lässt sich Gas herstellen, indem mittels Elektrolyse Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Der Wasserstoff wird zusammen mit klimaneutral erzeugtem Kohlendioxid in einen Reaktor geleitet, in dem die beiden Gase miteinander reagieren. Das Ergebnis dieser Reaktion sind Methangas und Wasser.

Das Photovoltaik-System mit monokristallinen Solarmodulen nahm im Januar 2015 den Betrieb auf. Darüber hinaus entschieden sich die Planer für eine Ost-West-Ausrichtung der Module. Im Vergleich zur klassischen Süd-Ausrichtung verzichtet man hierbei auf einen maximalen Ertrag pro Modul, kann aber die Stromproduktion zeitlich in die Morgen- und Abendstunden ausdehnen. Zudem können mehr Module auf das Flachdach montiert werden, wodurch mehr Energie produziert werden kann.
 
Doch warum ein Elektrofahrzeug nicht direkt mit dem Sonnenstrom betanken? Warum der Umweg über die Methanproduktion? Zum einen ist Methangas deutlich länger speicherbar als sein Vorprodukt Strom. Zum anderen kann das Fahrzeug deutlich schneller betankt werden und weitere Strecken zurücklegen. 
 
Initiatoren der Pilot- und Demonstrationsanlage Power-to-Methane an der HSR sind die Erdgas Obersee AG und das IET Institut für Energietechnik der HSR Hochschule Rapperswil, die den Langzeitversuch auch wissenschaftlich begleitet. Die Vision wird auch von den involvierten Projektpartnern geteilt. Die Pilot- und Demonstrationsanlage Power-to-Methane der HSR ist eine Kooperation von Erdgas Obersee, Audi, Erdgas Regio, Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil, Climeworks, Etogas und dem Forschungsfonds der Schweizerischen Gasindustrie (FOGA). Die Solarmodule stammen von IBC Solar. rr

 


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Kommentare

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Rudolf Koenig 18.08.2015, 06:30:39

+179 Gut Antworten

Guten Morgen,

 

wie verzweifelt muß man denn sein um neue Themen für die "Energiewende" zu finden. So geht es nicht. Wir haben, sind wir großzügig, einen Wirkungsgrad der PV Module von 22%. Mit dem erzeugten werden - jeder, der einmal Knallgas durch Elektrolyse hergestellt hat weiß es, mit einem katastrophalen Wirkungsgrad der klassischen Elektrolyse, Sauerstoff und Wasserstoffe hergestellt, aus denen man mit weiteren Verlusten Methan herstellt.

Ist das eine Veröffentlichung wert? Entscheiden Sie selbst.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Koenig

Clemens Weiß 18.08.2015, 10:01:25

+171 Gut Antworten

Lieber Rudolf Koenig,

 

bei der Anlage handelt es sich um eine "Pilot- und Demonstrationsanlage" zu Forschungszwecken an einer Hochschule. Niemand erwartet fertige und hocheffiziente neue Technologien, aber irgendwo muss Forschung und Entwicklung nun einmal anfangen und experimentieren dürfen. Power-to-Gas kann nach Ansicht vieler Experten in Zukunft eine sinnvolle Technologie werden und wir sollten uns freuen, dass daran geforscht und gearbeitet wird.

 

Viele Grüße,

Clemens Weiß / Redaktion

Rudolf Koenig 18.08.2015, 14:28:29

+181 Gut Antworten

Sehr geehrter Herr Weiß,

über Forschung kann man sich freuen, wenn sie Beiträge zu Themen liefert, die uns bei der Energiewende voranbringen. Batteriespeicher sind das Thema, mit dem wir die Effizienz unserer EEG Anlagen erhöhen können und die Notwendiglkeit des Netzausbaus deutlichst verringern. Hier ist Arbeit nötig! Das von den Schweizer Forschern aufgegriffene Thema ist schon so häufig erforscht worden ... es gibt nur keine kommerzielle Applikation. Was wahrscheinlich an der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung liegt.

 

Viele Grüße

Rudolf Koenig


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