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Afrikas erste maritime SolaranlageSeychellen planen Photovoltaik-Anlage auf dem Meer

Naturparadies im Indischen Ozean: Die Seychellen gewinnen ihre Energie noch vornehmlich aus Dieselgeneratoren, der Anteil an Erneuerbaren Energiequellen ist gering: Seit einigen Jahren aber wird Solarenergie – und, wie hier im Bild – auch Windenergie installiert. Bis 2030 soll noch einiges dazukommen: Nun ist eine schwimmende PV-Anlage vor Mahés Küste geplant.
Naturparadies im Indischen Ozean: Die Seychellen gewinnen ihre Energie noch vornehmlich aus Dieselgeneratoren, der Anteil an Erneuerbaren Energiequellen ist gering: Seit einigen Jahren aber wird Solarenergie – und, wie hier im Bild – auch Windenergie installiert. Bis 2030 soll noch einiges dazukommen: Nun ist eine schwimmende PV-Anlage vor Mahés Küste geplant. (Foto: Pixabay, Gemeinfrei)

Der Anteil Erneuerbarer an der Energieerzeugung des paradiesischen Inselstaates im Indischen Ozean ist bislang gering, bis 2030 sind 15 Prozent geplant. Solarpaneele sind bislang v. a. auf Dächern von privaten und öffentlichen Gebäuden installiert.

21.04.2018 – Die Seychellen, eine Gruppe von 115 kleinen Inseln im Indischen Ozean, wollen Afrikas erste schwimmende Photovoltaikanlage im Meer installieren, berichtet die Seychelles News Agency (SNA). Der Chef der Energiekommission der Seychellen Tony Imaduwa erläuterte gegenüber SNA, Ziel sei es, die Energiegewinnung der Inseln nachhaltiger und ökologischer zu gestalten.

Die Seychellen haben es vermieden, auf Massentourismus zu setzen, die Behörden haben viele Bauanträge nicht bewilligt. 60 Prozent der Inseln stehen unter Naturschutz, nur 21 Inseln sind bewohnt und 17 touristisch genutzt. Man setzt eher auf teuren Ökotourismus. Bauvorschriften sowie Auflagen für Abwasser- und Müllentsorgung sorgen für vorbildlichen Natur- und Umweltschutz an Land als auch im Meer.

Wind und Sonne im Überfluss

Die geplante maritime Solaranlage soll in der Lagune von Le Rocher, an der Ostküste der Hauptinsel Mahé, installiert werden. Da die Inseln nur wenig Flächen an Land zur Verfügung haben, wäre eine Installation von Energieanlagen auf dem Meer notwendig, um die Versorgung mit Erneuerbaren Energien für die Zukunft zu sichern, so die Energiekommission. Man erwarte einen Beitrag zur Stromerzeugung von 5,8 GWh im Jahr. Ziel sei es auch, die Ölimporte zu reduzieren, neue Jobs im grünen Sektor im eigenen Land zu generieren und einheimische Unternehmen zu fördern, die bei der Umsetzung des Vorhabens beteiligt werden könnten.

Die Anlage würde ein Prozent des nationalen Energieziels für 2030 beitragen. Bislang wurden insgesamt fünf Prozent erreicht, mit verschiedenen Projekten im Erneuerbaren Energiesektor, vor allem PV-Anlagen, aber auch Windenergie. Nun müsse ein Plan ausgearbeitet werden, so Imaduwa, wie zusätzliche zehn Prozent bis 2030 erreicht werden können. Denn bis zum Jahr 2030 will der Inselstaat im Indischen Ozean 15 Prozent seines Energiebedarfs durch Erneuerbare Energien abdecken.

Ölimporte reduzieren, von der Energiewende profitieren

Auf den Seychellen scheint täglich durchschnittlich bis zu sieben Stunden die Sonne. Ihre Energie gewinnt die Inselrepublik bislang aber noch hauptsächlich aus Dieselgeneratoren. Seit einigen Jahren werden allerdings Projekte mit Erneuerbaren Energien umgesetzt. Mit Entwicklungshilfe aus Abu Dhabi wurde bspw. vor fünf Jahren eine 6 Megawatt Windenergieplantage auf der Hauptinsel Mahé in Betrieb genommen. Eine Forschungsstation auf dem Atoll Aldabra, die bis 2012 ausschließlich durch Dieselgeneratoren versorgt wurde, wird nach Bau einer Solaranlage zu 97 Prozent mit Solarstrom versorgt.

Auch Hoteliers und Betreiber von Pensionen haben bereits Solaranlagen auf ihren Hausdächern installiert – aus Gründen des Umweltschutzes, aber auch weil die Energiepreise für fossile Energien auf den Seychellen stetig steigen. Die Firma Energy Solutions Seychelles installiert seit 2012 PV-Anlagen auf den Gebäudedächern der Insel, auf Ferienanlagen, Schulen o. ä.

Geplant sind weitere Projekte auf verschiedenen Inseln der Seychellen, bspw. die Installation einer solarbetriebenen Eisanlage für einen kleinen Fischereihafen. Ein weiteres Vorhaben bezieht sich auf ein Abkommen zwischen dem Ministerium für Umwelt, Klimawandel und Energie der Seychellen und dem chinesischen Ministerium für Klimawandel, Nationale Entwicklungs- und Reformkommission. Die Vereinbarung sieht vor, Solaranlagen auf Curieuse Island zu installieren, einem Nationalpark in der Nähe der Insel Praslin sowie auf den Dächern von 41 Schulen. Die Ausschreibung für die schwimmende Solaranlage Floating Solar Photovoltaic ist bereits gestartet. na


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