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KlimawandelDas 1,5 Grad-Klimaziel ist noch möglich!

„System Change not Climate Change“ forderten Demonstranten 2015 anlässlich der Klimakonferenz in Paris, wo sich die UN-Mitgliedstaaten auf eine Begrenzung der Erderwärmung von deutlich unter 2 Grad – möglichst 1,5 Grad – einigten. (Foto: GLOBAL 2000 / flickr.com, CC BY-ND 2.0)  

Forscher gehen davon aus, dass mit verstärkten Anstrengungen in vielen Lebensbereichen eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad noch möglich ist. Dafür gebe es bereits positive Ansätze in der Energieeffizienz und beim Konsumverhalten.

08.06.2018 – Die Weltbevölkerung und deren Lebensstandard wächst und wächst. Damit steigt auch der Bedarf an Nahrungsmitteln und technischen Geräten, wie Smartphones und Kühlschränken. 2050 könnten auf der Nordhalbkugel 80 Prozent zusätzliche energiebetriebene Geräte existieren, auf der Südhalbkugel sogar dreimal so viele. Auch werden die Menschen mit steigendem Lebensstandard mehr Reisekilometer zurücklegen. Und trotz des steigenden Hungers nach mehr Nahrung und Energie könnte die Menschheit bis 2050 so leben, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad möglich ist. Dies errechnete ein internationales Forscherteam um den Energieexperten Arnulf Grübler vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (Iiasa) in Laxenburg bei Wien.

Dafür seien jedoch „noch nie dagewesene Anstrengungen“ nötig, wie das Forscherteam gegenüber dem Standard mitteilte. Politiker müssten Energie- und Umweltstandards verschärfen, Unternehmen neue Technologien entwickeln und forcieren und Konsumenten ihr tägliches Leben entsprechend ändern.

Mobilitätswende gefordert

Dabei könnte zum Beispiel eine verstärkte Inanspruchnahme von Sharing Modellen helfen, den CO2-Fußabdruck eines jeden Menschen erheblich zu reduzieren. So sind Car-Sharing Modelle im urbanen Raum bereits heute – besonders bei jungen Menschen – sehr beliebt. Ein stärkerer Ausbau der Elektromobilität, vor allem in diesem Bereich, könnte den Energiebedarf im Verkehrssektor um 60 Prozent senken, sollte die Menschen dieses Angebot vermehrt nutzen.

Die fortschreitende Urbanisierung unseres Planten begünstige diesen Trend, glauben die Forscher, da gerade in Städten eine CO2-arme Mobilität leichter zu erreichen sei, durch Verbindung verschiedener Mobilitätskonzepte, die weitgehend auf Individualverkehr mit einem Verbrennungsmotor verzichten.

Neben weiteren veränderbaren Lebensweisen im Alltag könnte der Konsument auch verstärkt zum Produzent Erneuerbarer Energie werden. Mit einer Forcierung dezentralisierter Energiekonzepte unter Beteiligung oder Aufsicht der Bürger, könnte die Energiewende klappen, glauben die Experten. So gibt es unter anderem Bestrebungen, das deutsche Konzept der Energiegenossenschaften auf afrikanische Länder zu übertragen.  

Politik und Wirtschaft stehen in der Verantwortung

Von alleine werden sich die Lebensweisen der Menschen jedoch nicht ändern. Hier stehe laut den Forschern die Politik in der Bringschuld, Energie- und Umweltstandards zu verschärfen und die Wirtschaft in Verantwortung zu nehmen. Wie dies nicht funktioniert, zeigt aktuell wieder einmal die Bundesregierung, mit einer kohlefreundlichen Energiepolitik und dem fehlenden Druck auf die Autoindustrie. Um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, müsste die Industrie schon heute sehr viel stärker als bisher in klimaschonende und energieeffiziente Maßnahmen investieren und deren Erforschung vorantreiben.

Nur wenn die Energiewende alle Beteiligten radikal vorantreiben würden, mit einer ökologischen und klimafreundlichen Lebensweise, könnte das Szenario – von den Forschern Low Energy Demand genannt – in Erfüllung gehen. Dann wäre eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2050 möglich, auch ohne teils umstrittene Technologien zur Reduzierung von CO2 aus der Luft. mf


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