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Trump will Weltklimavertrag eine Chance geben

In dem Interview mit der New York Times revidierte der künftige US-Präsident gleich mehrere seiner Ankündigungen aus dem Wahlkampf. (Foto: © <a href="https://www.flickr.com/photos/138580568@N02/24120120029/">Evan Guest</a>, <a href="https://creativeco
In dem Interview mit der New York Times revidierte der künftige US-Präsident gleich mehrere seiner Ankündigungen aus dem Wahlkampf. (Foto: © Evan Guest, CC BY 2.0)

Der künftige US-Präsident Donald Trump will entgegen seiner Ankündigung den internationalen Welt­klima­vertrag nicht sofort aufkündigen. Er wolle dem Abkommen eine Chance geben, erklärte er nun. Auch der Klima­wandel könnte menschen­gemacht sein.

23.11.2016 – Nach Angaben der New York Times weigerte sich Donald Trump in einem Interview, seine Aussage aus dem Wahlkampf zur Aufkündigung des UN-Klimaabkommens zu wiederholen. Stattdessen sagte er den Journalisten am Dienstag: „Ich werde das sehr genau prüfen. Ich stehe dem Ganzen offen gegenüber.“ Bislang hatte der Republikaner stets betont, dass die USA unter seiner Führung das UN-Klimaabkommen aufkündigen würden.

Trump hatte mehrfach seine Ablehnung nicht nur gegenüber dem Abkommen und jeglicher Klimaschutzmaßnahmen geäußert, sondern auch den Klimawandel sowohl als „bullshit“ als auch eine Erfindung Chinas bezeichnet, um der US-Wirtschaft zu schaden. Auf die Frage, ob menschliches Handeln mit dem Klimawandel in Verbindung steht, sagte er nun: „Ich denke, es gibt eine gewisse Verbindung. Ein wenig, etwas. Es hängt davon ab, wie viel.“

Dass die Aufkündigung des Pariser Abkommens nicht seine oberste Priorität nach der Amtseinführung im Januar werden wird, hatte sich bereits angedeutet. In einer Videoerklärung hatte Trump am Montag die Themen für die ersten 100 Tage seiner Regierung vorgestellt – das Klimaschutzabkommen erwähnte er dabei nicht. Als einzige in diesem Zusammenhang stehende Maßnahme will Trump in den ersten Monaten im Energiesektor „Auflagen streichen, die Arbeitsplätze gekostet hätten“, insbesondere bei der Frackinggas-Förderung und „sauberer Kohle“. „Viele Millionen hochbezahlte Jobs“ könnten so geschaffen werden. Ob die US-Kohleindustrie so wieder auf die Beine kommen kann, ist allerdings fraglich.

Klimaskeptiker soll Umweltbehörde umkrempeln

Ein Grund zum Feiern sind die Ankündigungen des künftigen US-Präsidenten allerdings nicht. Denn selbst wenn Trump das internationale Klimaabkommen nicht aufkündigen wird, dürfte sich der Wind für Erneuerbare Energien und Klimaschutzmaßnahmen in den USA drehen. Gleich mehrere Klimaskeptiker will der Sieger der Präsidentschaftswahlen in sein engstes Team holen. Den Übergang der mächtigen Umweltbehörde EPA von der Obama- zur Trump-Administration soll mit Myron Ebell einer der berühmtesten Klimaskeptiker des Landes organisieren.

Ungeachtet der Ankündigungen Trumps hat die internationale Gemeinschaft zum Abschluss der UN-Klimakonferenz im marokkanischen Marrakesch ihren starken Willen zum Pariser Abkommen bekräftigt. Selbst ohne die USA sei die weltweit entfachte Dynamik des Klimaschutzes und der Erneuerbaren Energien nicht mehr aufzuhalten, so der Tenor. cw


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