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EEG-Umlage für 2016 steigt leicht auf 6,35 Cent

Die EEG-Umlage 2016 steigt leicht um 2,85 Prozent – faktisch so viel wie die allgemeine Inflation. (Grafik: Strom-Report, http://strom-report.de/eeg-umlage/#eeg-umlage)
Die EEG-Umlage 2016 steigt leicht um 2,85 Prozent – faktisch so viel wie die allgemeine Inflation. (Grafik: Strom-Report, http://strom-report.de/eeg-umlage/#eeg-umlage)

Die Netzbetreiber haben heute die EEG-Umlage für 2016 bekannt gegeben, sie klettert leicht von 6,17 auf 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Die Umlage steigt vor allem aufgrund des Überangebots an Strom, dennoch wäre eine Erhöhung nicht nötig gewesen.

15.10.2015 – Denn auf dem sogenannten EEG-Konto liegt eine Reserve von 2,5 Milliarden Euro, die in den sonnenarmen Wintermonaten weiter anwachsen dürfte. Dennoch sehen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW offenbar eine Notwendigkeit zur Erhöhung. Denn an der Börse ist Strom in Deutschland so günstig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Grund sind die massiven Überkapazitäten, die aufgrund des Erfolgs der Erneuerbaren Energien immer weiter anwachsen.

Eigentlich müssten im Zuge der Energiewende nicht nur Atomkraftwerke sondern auch alte und schmutzige Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Besonders die Verfeuerung von Braunkohle in der Lausitz und im Rheinischen Braunkohlerevier verschlechtert massiv die deutsche Klimabilanz. Um die Klimaziele noch erreichen zu können, müssten Kohlekraftwerke vom Netz gehen – doch die Bundesregierung knickt ein vor der Lobby der großen Kohlekonzerne.

In der Folge sorgen die niedrigen Börsenstrompreise dafür, dass die EEG-Umlage weiter steigt. Denn den Betreibern von Wind-, Solar- und Biomasseanlagen wird mit der Umlage die Differenz zwischen der Vergütung und dem Preis an der Börse ausgeglichen. Sinkt der Börsenstrompreis weil es z.B. massive Überkapazitäten gibt, steigt die EEG-Umlage. Die Netzbetreiber erwarten für 2016 einen Anstieg der Stromerzeugung aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen um 15 Terawattstunden (TWh) auf insgesamt 176 (TWh). In ihrer Mittelfristprognose rechnen sie sogar mit einer Ökostromproduktion von über 217 TWh für das Jahr 2020.

Opposition vermutet Wahlkampf-Taktik des Wirtschaftsministers

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung und des federführenden Bundeswirtschaftsministeriums kommt von Umweltverbänden und der Opposition. „Wer die EEG-Umlage senken möchte, muss Überkapazitäten am Strommarkt reduzieren und überflüssige Braunkohlekraftwerke abschalten. Das hilft dem Klimaschutz, der Gesundheit und dem Geldbeutel der Stromkunden“, forderte Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl.

Der Grünen-Energieexperte im Bundestag Oliver Krischer sieht die Erhöhung der Umlage ebenfalls kritisch und wirft Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vor, die Umlage politisch nutzen zu wollen. „Er dreht die EEG-Umlage in diesem Jahr künstlich nach oben, damit er sie im kommenden Jahr für das Wahljahr 2017 senken kann“, sagte er Spiegel Online. Für die Verbraucher wird die leichte Erhöhung der EEG-Umlage ohnehin kaum zu spüren sein. Falls die Stromversorger aufgrund des gesunkenen Börsenstrompreises ihren Energiepreis nicht senken, zahlt ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit 3.500 kWh nur 6,44 Euro mehr pro Jahr. Die EEG-Umlage steigt um 2,85 Prozent – faktisch so viel wie die allgemeine Inflation. cw


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Kommentare

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Rudolf Koenig 15.10.2015, 12:34:51

+181 Gut Antworten

... man soll ja niemanden etwas unterstellen. Deswegen ist die hier meine persönliche Meinung zum Thema.

 

Die ÜNB und Herr Gabriel arbeiten seit geraumer Zeit eng und gut zusammen. Man sieht das besonders am Entwurf des Gesetzespakets zur Digitalisierung der Energiewirtschaft in dem die ÜNB viel bekommen haben, was sie schon immer wollten.

 

Im Gegenzug wird 2016 die EEG Umlage erhöht und in 2017, im Wahljahr, gesenkt. Wenn ich mich richtig erinnere, will Herr Gabriel auf Frau Merkel folgen. Ich traue ihm solche Schachzüge zu.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Koenig

Rudolf Koenig 15.10.2015, 13:20:24

+183 Gut Antworten

... und noch etwas, Die Höhe der Umlage stimmt für Privatpersonen, also die meisten, die diese Seite lesen, nicht, denn Sie ist OHNE Mehrwertsteuer angegeben. Also bitte nochmal 19% dazurechnen. So werden aus 6,35ct ganz schnell 7,56ct.


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