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Strompreise für Haushalte steigen, Industrie zahlt weniger

Rund ein Drittel aller Grundversorger in Deutschland heben ihre Preise ab 2017 an, weitere könnten im Frühling folgen. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de"
Rund ein Drittel aller Grundversorger in Deutschland heben ihre Preise ab 2017 an, weitere könnten im Frühling folgen. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Während private Verbraucher für ihren Strom immer mehr zahlen, profitiert die Industrie von gesunkenen Börsenstrompreisen und Subventionen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Monitoringberichts von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt.

28.11.2016 – Jedes Jahr untersuchen die beiden Bundesbehörden die Entwicklungen auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten und die Auswirkungen für die Verbraucher. Der aktuelle Bericht zeigt, dass die Strompreise für Haushaltskunden erneut um zwei Prozent auf durchschnittlich 29,8 Cent pro Kilowattstunde gestiegen sind. Das berichtet die Rheinische Post aus dem noch nicht veröffentlichten Bericht für 2016. Für die Industrie sind die Strompreise in den vergangenen Jahren dagegen gesunken. Aufgrund des Stromüberangebots fiel der Börsenstrompreis rapide, zudem sind viele Industrieunternehmen von der EEG-Umlage befreit.

„Im europäischen Vergleich zahlen laut Eurostat deutsche Haushaltskunden weiterhin die zweithöchsten Strompreise in Europa“, zitiert die Zeitung aus dem Monitoringbericht. „Dabei beträgt die Belastung durch Steuern, Abgaben, Netzentgelte und Umlagen in Deutschland rund 75 Prozent des Gesamtpreises.“ Untersucht wurde der Durchschnittspreis für Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden zum 1. April 2016.

Preise steigen weiter, Industrie profitiert

Wie Vergleichsportale berichten, werden auch im kommenden Jahr die Preise für viele Millionen Deutsche steigen. Denn rund ein Drittel der Grundversorger heben die Strompreise zum Jahreswechsel an, im Durchschnitt um 3,5 Prozent. Besonders betroffen ist demnach Sachsen, dort steigern zwei Drittel aller Grundversorger die Preise. Auch Bayern und Hessen müssen dann überdurchschnittlich mehr zahlen.

Zahlreiche Experten und die Opposition kritisieren die Bundesregierung für eine verfehlte Politik: „Industriekonzerne erhalten auf Kosten der Haushaltskunden weiter üppige Befreiungen und klimaschädliche Kohlekraftwerke Milliardensubventionen“, zitiert die Rheinische Post den Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Oliver Krischer.

Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) wirft der Politik vor, die EEG-Umlage künstlich und wissentlich in die Höhe zu treiben: „Der seit 2010 vorgeschriebene Zwangsverkauf des EEG-Ökostroms an der Börse zusammen mit der staatlich verordneten Verbrauchertäuschung bei der Kennzeichnung des EEG-Ökostroms in den Stromprodukten führen zu sinkenden Industrie-Strompreisen und gleichzeitig zu steigenden Strompreisen für die Haushalte.“ cw


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