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Studie fordert Tageslichtoptimierung in Wohngebäuden

Zu einer energieoptimierten Planung von Gebäuden gehört auch eine optimale Versorgung mit Tageslicht. (Foto: nicAL)
Zu einer energieoptimierten Planung von Gebäuden gehört auch eine optimale Versorgung mit Tageslicht. (Foto: nicAL)

Zum energieoptimierten und ökologischen Bauen und Sanieren gehört nicht zuletzt auch eine effiziente Tageslichtplanung für Gebäude. Eine Studie von Ecofys macht nun deutlich, dass die gesetzlichen Mindestanforderungen dafür zu niedrig angesetzt sind.

03.05.2017 – Die gestern in Berlin vorgestellte Studie von Ecofys zeigt auf, dass viele Wohngebäude in Deutschland unzureichend mit Tageslicht versorgt werden. Demnach hinken die gesetzlichen Anforderungen an die Tageslichtversorgung von Gebäuden den Empfehlungen von Experten weit hinterher. Als Folge drohten den Bewohnern u.a. gesundheitliche Beeinträchtigungen. „Tageslicht ist essentiell für Wohlbefinden und Gesundheit der Menschen“, sagt Till Reine von der Initiative GutesWohnen, die die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Neueste medizinische Erkenntnisse zeigen den hohen Einfluss von Tageslicht auf unsere biologische Uhr und damit auf unsere Gesundheit. Da Menschen bis zu 90 Prozent ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, müssen auch Häuser und Wohnungen ausreichend mit Tageslicht versorgt werden. „Leider hat die Politik das Thema in der Vergangenheit äußerst stiefmütterlich behandelt. Die ausreichende Versorgung mit Tageslicht muss bei künftigen Planungen und Sanierungen von Wohngebäuden eine deutlich größere Rolle spielen.“ Die gesetzlichen Mindestanforderungen sollten angepasst werden, so Reine.

In der Studie des Beratungsunternehmens Ecofys wurde untersucht, ob die geltenden Tageslichtanforderungen aus der sogenannten Musterbauordnung dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Die Verordnung schreibt vor, dass die Fensterflächen eines Raumes mindestens einem Achtel der Grundfläche betragen müssen. Das Ergebnis der Untersuchung ist ernüchternd: In einem typischen innerstädtischen Mehrfamilienhaus wird somit gerade einmal ein Drittel des von Experten empfohlenen Tageslichts erreicht.

Bei einer typischen energetischen Sanierung verschlechtern sich die Werte zusätzlich um fast 30 Prozent. Daher sollten Bauherren bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen unbedingt auf mangelhafte Tageslichtversorgung hingewiesen werden. Außerdem sind geeignete freiwillige Maßnahmen zur Verbesserung aufzuzeigen. Sonst droht angesichts des Klimaschutz-Ziels der Bundesregierung, bis zum Jahr 2050 nahezu den kompletten Gebäudebestand zu sanieren, eine weitere und flächendeckende Verschlechterung der derzeitigen Situation.

Die Autoren der Studie schlagen weiter vor, die vorgeschriebene Fensterfläche für Neubauten zu verdoppeln und auf einen Wert von einem Viertel der Grundfläche zu erhöhen. Dies ist mindestens notwendig, um eine nach wissenschaftlichen Maßstäben akzeptable Tageslichtversorgung zu erreichen. Dass höhere Anforderungen möglich sind, zeigt der Blick ins europäische Ausland. Nach einer Untersuchung des Buildings Performance Institute Europe (BPIE) liegen die Tageslichtanforderungen in vielen europäischen Ländern höher, während Deutschland hier zu den Schlusslichtern gehört. na


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