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Berlin testet neuartige Solar-Wind-Kraftanlage

Der Schweizer Windrail-Hersteller Anerdgy plant im nächsten Jahr die Expansion nach Deutschland. (Foto: Berliner Stadtwerke, CC BY-NC-ND 2.0)
Der Schweizer Windrail-Hersteller Anerdgy plant im nächsten Jahr die Expansion nach Deutschland. (Foto: © Berliner Stadtwerke, CC BY-NC-ND 2.0)

Die Berliner Stadtwerke testen auf einem Mieterhaus in Berlin eine neuartige Anlage, die Solar- und Windenergie zugleich produziert und den besonderen Windverhältnissen in Städten gerecht wird. Die Windrail genannte Anlage kommt aus der Schweiz.

17.11.2016 – Die Anlage erzeugt sowohl durch Windturbinen als auch Photovoltaikmodulen sauberen Strom für Mieter des Spandauer Hochhauses. Auf dem Dach des 12. Stockwerks haben die Berliner Stadtwerke gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag zehn Windrails installiert und in der vergangenen Woche eingeweiht. Jedes der Modul besteht aus vier Solarpaneelen und einem Windkanal mit jeweils zwei Windturbinen. Zusammen haben die Windgeneratoren eine Leistung von 10 Kilowatt (kW), die Solarmodule kommen auf 12 kW.

Der natürlich über die Dachkante strömende Wind wird durch den zweieinhalb Meter langen Windkanal verstärkt und nutzt die unterschiedlichen Druckverhältnisse vor und hinter dem Kanal. Dadurch entsteht mehr Windleistung, zudem kühlen die Windströmungen die Photovoltaikmodule und erhöhen deren Wirkungsgrad.

95.000 Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr

„‚Windrail als smarte Dachkante‘ ist die Vision, bei der Energieerzeugung, Design und Funktion für Dachkanten optimal miteinander kombiniert werden“, erklärt Sven Köhler, Chef des Züricher Herstellers Anerdgy. Die Technologie sei eine besonders leise und kostengünstige Art um Ökostrom in dicht bebauten Gebieten effektiv zu nutzen. Die Kleinkraftwerke würden sich hervorragend für Sanierungen und Hochhausneubauten mit Flachdach eignen, so Köhler. Seit 2012 arbeiten die Schweizer an effizienten und ökonomischen Systemen zur urbanen Ökostromerzeugung.

Für die Berliner Stadtwerke und die Gewobag ist es eines der ersten Mieterstromprojekte, viele weitere sollen folgen. „Während klassische Windräder in Großstädten allenfalls an der Peripherie begrenzte Plätze finden, ist das Potenzial für diese Kombi-Technik immens“, schwärmt Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Irmer. Die zehn Windrail-Module und eine zusätzlich montierte Photovoltaikanlage mit 88 kW Leistung sollen zusammen pro Jahr rund 95.000 Kilowattstunden (kWh) Ökostrom erzeugen, genug für ungefähr 30 Durchschnittshaushalte. Die Windrails sind dabei für 18.000 kWh verantwortlich, 10.000 sollen die Windgeneratoren liefern, weitere 8.000 die Solarmodule. Insgesamt sparen die Anlagen jährlich 45.000 Kilogramm CO2 ein. cw


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