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Großbritannien plant Gezeitenkraftwerk in Wales

Bei Ebbe soll das Wasser in der Lagune zunächst gesammelt und anschließend durch Turbinen zur Stromerzeugung wieder herausgelassen werden. (Grafik: Video Tidal Lagoon Swansea)
Bei Ebbe soll das Wasser in der Lagune zunächst gesammelt und anschließend durch Turbinen zur Stromerzeugung wieder herausgelassen werden. (Grafik: Video Tidal Lagoon Swansea)

In Südwales plant die Firma Tidal Lagoon Power ein riesiges Gezeitenkraftwerk und will mit der 320-Megawatt-Anlage die Großstadt Swansea komplett mit Strom versorgen. Der britische Energieminister und Umweltschützer sind offenbar schon im Boot.

21.03.2015 – Das walisische Unternehmen Tidal Lagoon Power plant den Bau eines Gezeitenkraftwerks an der Westküste Großbritanniens. Das Projekt mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Euro soll in Südwales nahe der Stadt Swansea entstehen und muss noch von der britischen Regierung genehmigt werden. Obwohl in der Vergangenheit ein ähnliches Projekt wegen ausufernder Kosten und befürchteter Umweltschäden gescheitert war, gilt das neue Projekt als Lichtblick für Erneuerbare Energien auf der Insel.

Die Bucht bei Swansea, das am Bristolkanal liegt, gilt als idealer Standort. Denn die Bucht hat den zweithöchsten Tidenhub weltweit, also den zweithöchsten Unterschied zwischen dem Scheitelpegel bei Hochwasser und dem untersten Pegelstand bei Niedrigwasser. Je höher der Unterschied, desto lohender ist ein Gezeitenkraftwerk. Dazu soll in der Bucht eine künstliche Lagune mit Unterwasserturbinen errichtet werden, mit einer Maximalleistung von 320 Megawatt.

Strom für 155.000 Menschen

Laut den Plänen sollen alle 155.000 Einwohner Swanseas mit Strom aus dem Gezeitenkraftwerk versorgt werden können. 236.000 Tonnen CO2 könnten so eingespart werden. Der britische Minister für Energie und Klimawandel Ed Davey ist überzeugt von den Plänen und auch Umweltschützer scheinen mit dem Großprojekt bei Swansea einverstanden. Vertreter von Friends of the Earth zeigten sich größtenteils zufrieden mit den Plänen, auch wenn negative Umwelteinflüsse vermieden werden müssten. Das Gezeitenkraftwerk könne sogar helfen, das schmutzige RWE-Kohlekraftwerk in Aberthaw zu schließen, hoffen die Umweltschützer.

Die Haltbarkeit des Kraftwerks ist mit 120 Jahren berechnet. Bis zu 180 langfristige Arbeitsplätze will Tidal Lagoon Power mit dem Gezeitenkraftwerk in der Bucht schaffen, während der Bauphase rechnet das Unternehmen mit 1.900 Arbeitern. Besonders britische Zulieferer sollen in das Großprojekt eingebunden werden. Im Juni soll eine Entscheidung für oder gegen den Bau des Kraftwerks fallen. Ähnliche Ideen zum Bau von Gezeitenkraftwerken gibt es mehrere auf der Insel, u.a. in Cardiff und Newport. cw


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