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Windbranche in NRW befürchtet Strukturbruch

Wird das EEG nach der Bundestagswahl nicht schnell genug angepasst, könnte dies zu massiven Umsatzeinbrüchen und Entlassungen im nordrhein-westfälischen Windenergiesektor führen. (Foto: © NATURSTROM AG)
Wird das EEG nach der Bundestagswahl nicht schnell genug angepasst, könnte dies zu massiven Umsatzeinbrüchen und Entlassungen im nordrhein-westfälischen Windenergiesektor führen. (Foto: © NATURSTROM AG)

Wird das EEG nach der Bundestagswahl nicht schnell genug angepasst, könnte dies zu massiven Umsatzeinbrüchen und Entlassungen im nordrhein-westfälischen Windenergiesektor führen. Bürgerenergie und Genossenschaften hätten dann kaum noch eine Chance.

21.09.2017 – Nordrhein-Westfalens Energiewende stehen schwere Zeiten bevor. Der im Mai veröffentlichte Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Landesregierung verschärfte die ohnehin schon schwere Situation dabei noch zusätzlich, indem der Ausbau der Windenergie in den nächsten Jahren massiv eingeschränkt wird. Deshalb warnt die Windbranche in NRW nun erneut vor massiven Umsatzeinbrüchen sowie vielen Arbeitsplatzverlusten, sollte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach der Bundestagswahl nicht so schnell wie möglich angepasst werden. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V. (LEE NRW) fordert daher unter anderem eine kurzfristige Anhebung des für 2018 geplanten Ausschreibungsvolumens.

„Die Ausschreibungen für Windenergie haben bereits in diesem Jahr zu erheblichen Arbeitsplatzverlusten in NRW geführt“, warnt Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW. „Immer mehr Unternehmen kündigen an, Stellen abbauen zu müssen.“ Ankündigungen der Landesregierung, den Ausbau der Windenergie weiter zu begrenzen, verschärfen die Lage nun zusätzlich. „Wenn das passiert, wird es einen schweren Strukturbruch geben“, so Priggen.

Zahlreiche Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Dabei stehen in der gesamten Branche zahlreiche Arbeitsplätze auf dem Spiel. Echte Bürgerenergie, Genossenschaften und kleine Unternehmen hätten dann kaum noch eine Chance, sagt Heinz Thier, Geschäftsführer der BBWind GmbH, einer Projektberatung für Bürgerenergie aus Münster. „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, verlieren wir die Wertschöpfung im ländlichen Raum und damit die Akzeptanz für die Energiewende“, so Thier. Betroffen wären von der Krise nicht nur allein die Windindustrie, sondern auch zahlreiche Zulieferer.

Der LEE NRW schlägt daher mehrere Maßnahmen vor, um den von der Bundesregierung geplanten Ausbaupfad der Erneuerbaren zu sichern und die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Als Sofortmaßnahme soll demnach das Volumen in den ersten beiden Ausschreibungsrunden 2018 für die Onshore-Windenergie um jeweils 1.300 Megawatt (MW) erhöht werden.

Grundsätzlich muss aber auch ein zusätzliches Ausbauvolumen geschaffen werden, um dem steigenden Strombedarf gerecht zu werden. Als dritte Maßnahme schlägt der LEE NRW außerdem vor, Anlagenabschaltungen bei Netzüberlastung durch einen ausgewogenen Zubau in Regionen mit besonders stabilen Stromnetzen zu vermeiden. jk


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